China: Vatikanische Kommission untersuchte aktuelle Lage

Anerkennung für Standhaftigkeit bezüglich der Verbindung mit Rom

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VATIKANSTADT, 27. April 2012 (ZENIT.org). - Vom 23.-25. April fand im Vatikan zum fünften Mal die Versammlung einer Kommission statt, die Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 ins Leben gerufen hatte, um die wichtigsten Fragen und Probleme der katholischen Kirche in China zu studieren, wie der Heilige Stuhl berichtet. Thematisch wurde folgendes herausgearbeitet:

Eine große Bedeutung komme der Bildung von Laiengläubigen zu, vor allem im „Jahr des Glaubens“. Das „Jahr des Glaubens“ wurde vom Heiligen Vater ausgerufen, beginnt am 11. Oktober 2012 und endet am 24. November 2013. Die Worte des Evangeliums: „Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen“ verdeutlichen diese Aufgabe.

In diesem Zusammenhand sei vor allem der „Katechismus der Katholischen Kirche“ von großer Hilfe für eine Vertiefung des Wissens. Zweitens seien die Laien dazu berufen, in das zivile Leben der Arbeitswelt einzutreten; ihre Verantwortung sei es, ihren Teil dazu beizutragen, das Leben zu respektieren, es von seiner natürlichen Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende zu achten, die Familie zu lieben und die Werte zu fördern, die aus der traditionellen chinesischen Kultur überliefert sind.  Das Vaterland soll von ihnen als aufrichtige Bürger und Förderer des Gemeinwohls geliebt werden. Darüber hinaus sollen die chinesischen Laien ihr geistliches Leben als aktive Mitglieder der Pfarrgemeinde stärken.

Die Versammlung stellte mit Freude fest, dass die Verkündigung des Evangeliums jedes Jahr viele Erwachsene ermutige, um die Taufe zu bitten. In den Diözesen Chinas bestehe nun die Notwendigkeit, einen qualifizierten Katechumenat zu fördern, ergänzt durch Aufnahmeriten für Erwachsene, und deren Bildung auch nach der Taufe zu pflegen. Die Hirten dürften keine Anstrengung scheuen, den Gläubigen das Wissen über die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils nahezubringen, vor allem die Ekklesiologie und die Soziallehre der Kirche.

Die ganzheitliche Bildung der katholischen Laien, vor allem dort, wo beschleunigte soziale Umwälzungen und großes wirtschaftliches Wachstum bestünden, sei Teil der Verpflichtung, um das Leben der Ortskirche zum Blühen zu bringen. Die Gläubigen sollten vor allem mit Enthusiasmus und  kreativem Geist das „Jahr des Glaubens“ begehen.

Im Laufe der Versammlung richtete sich das Interesse dann auf die Hirten, vor allem auf die Bischöfe und Priester, die sich in Gefangenschaft befinden oder ungerechterweise bei der Erfüllung ihrer Mission gehindert werden. Besonders anerkannt wurde ihre Festigkeit im Glauben und ihre Einheit mit dem Heiligen Vater. Besonders diese bedürften des Gebetes der Kirche, um ihre Schwierigkeiten mit Gelassenheit und in Treue zu Christus zu überwinden.

Die Kirche brauche gute Bischöfe. Bezüglich der besonderen Situation der Kirche in China wurde erklärt, dass die Anmaßung von Organismen mit Namen „Eine Stiftung und eine Konferenz“ anhalte, die sich über die Bischöfe stellten und das Leben der kirchlichen Gemeinschaft regeln wollten.

Die Klarheit der kirchlichen Lehre werde von den Klerikern verschleiert, die unrechtmäßige Bischofsweihen von unrechtmäßigen Bischöfen empfangen und danach juristische oder sakramentale Aufgaben ausgeführt hätten, indem sie sich eine Macht anmaßten, die ihnen die Kirche nicht gegeben habe. In den vergangenen Tagen hatten einige von Ihnen an von der Kirche authorisierten Bischofsweihen teilgenommen. Das Verhalten dieser Bischöfe, das darüber hinaus ihre kanonische Position verschlechtere, habe die Gläubigen verwirrt und oft das Gewissen der anwesenden Priester und Gläubigen belastet.

Des Weiteren hätten diese Taten die Klarheit der legitimen Bischöfe verschleiert, die an den unrechtmäßigen Bischofsweihen teilgenommen hätten. Viele von ihnen hätten die eigene Position erklärt und um Verzeihung gebeten; der Heilige Vater habe ihnen großmütig vergeben. Andere Teilnehmer hätten diese Klärung noch nicht geleistet und würden in diesem Sinn dazu ermutigt.

Die Teilnehmer der Vollversammlung hätten mit Aufmerksamkeit diese schmerzlichen Ereignisse verfolgt und erinnerten daran, dass die Evangelisierung nicht ohne essentielle Inhalte des Glaubens und der katholischen Disziplin vonstatten gehen könne. Der Gehorsam gegenüber Christus und dem Nachfolger Petri sei der Grundsatz einer jeden Erneuerung und gelte für alle Glieder des Volkes Gottes.

Bei Priestern, Ordensleuten oder Geweihten müsse deren Bildung erneut in den Mittelpunkt gerückt werden, vor allem auch die intellektuelle, geistliche und pastorale Bildung der Seminaristen.  Gleichzeitig zu diesen Überlegungen wurde festgehalten, dass erfreulicherweise die Anzahl der Berufungen zu geistlichen Berufungen in Priestertum und geweihtem Leben in den letzten Jahren zugenommen hätten.

Die Kommission erinnerte schließlich an den 24. Mai, das liturgische Gedächtnis der sel. Jungfrau Maria, der Hilfe der Christen, als Gebetstag für die Kirche in China. Dieser Tag sei eine gute Gelegenheit für die ganze Kirche, um Energie und Trost, Barmherzigkeit und Mut gerade für die Katholiken in China zu bitten.[jb]