China: Verhaftung eines Bischofs am Tag der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele

Bischof Jia Zhiguo (73) war bereits 15 Jahre im Gefängnis

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ROM, 25. August 2008 (ZENIT.org).- Am Tag der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele wurde Julius Jia Zhiguo, Bischof von Zhengding (Hebei) und Angehöriger der romtreuen Untergrundkirche, in China von der Polizei an einen bisher unbekannten Ort verschleppt. Das berichtete heute, Montag, die Nachrichtenagentur ASIANEWS der Päpstlichen Missionswerke.



Der 73-jährige Bischof stand seit Monaten unter Hausarrest. Am gestrigen Sonntag habe Jia Zhiguo in der Kathedrale von Wuqiu zusammen mit einigen Gläubigen die Messe gefeiert. Um 10.00 Uhr hätten vier Polizisten das Gotteshaus betreten und den Bischof wortlos abgeführt. Die Gläubigen wüßten weder etwas über den Ort, an dem sich ihr Bischof jetzt aufhält, noch über die Motivationen dieser Verhaftung.

Bischof Jia Zhiguo hat bereits 15 Jahre im Gefängnis verbracht (1963-1978). Seit 1989 lebt er unter strenger Polizeikontrolle. In all diesen Jahren ist Ji Zhiguo mindestens elf Mal verhaftet und dann wieder frei gelassen worden. Seine Diözese umfasst 110.000 Gläubige, rund 80 Priester und 90 Ordensschwestern.

Noch am vergangenen Mittwoch, mitten während der Olympischen Spiele, hatte der Erzbischof von Peking Joseph Li Shan in einem Interview erklärt, dass in China „das Problem der Untergrundkatholiken nicht vorhanden“ sei. Li Shan ist Bischof der staatlich kontrollierten „Patriotischen Vereinigung“. Der Erzbischof hatte außerdem betont, dass alle die Möglichkeit hätten, ihren Glauben in Freiheit zu praktizieren.