China: "Von Herz zu Herz"

Brücke zwischen Gläubigen und Seminaristen in der Erzdiözese Shaan Xi

Rom, (Fides) | 295 klicks

„Von Herz zu Herz“ nennt sich eine Gruppe zur Förderung von Priester- und Ordensberufen in der Pfarrei Bei Tang in der chinesischen Erzdiözese Shaan Xi, die anlässlich des Jahres der Priester 2009 gegründet wurde. Wie aus Informationen hervorgeht, die Fides vorliegen, entstand die Idee dazu fast zufällig, nachdem mehrere Laien gemeinsam einen älteren Priester besucht hatten. Als Geschenk hatten sie warme Kleidungsstücke mitgebracht, mit denen sich der Priester vor der Kälte schützen sollte, woraufhin der Priester antwortete: „Ich bin alt, ich würde es vorziehen, dass ihr die Kleidungsstücke meinen jungen Seminaristen schenkt.“

So gingen sie in das Seminar, ohne den Worten des Priesters große Bedeutung beizumessen… Doch vor Ort, wurde ihnen bewusst, was er tatsächlich gemeint hatte: Die Seminaristen hatten weder beheizte Räume noch warme Kleider oder angemessene Nahrung, damit sie der eisigen Kälte widerstehen könnten. So entstand die Idee zur Gruppe „von Herz zu Herz“, die Priesteramtskandidaten, Ordensschwestern und ältere Priester mit geistiger und materieller Hilfe unterstützt. Die dafür anfallenden Kosten werden aus Spenden der Mitglieder finanziert. 

Bei der alljährlichen Versammlung am 11. Januar blickten die Teilnehmer auf die im Jahr 2013 geleistete Arbeit zurück und planten neue Projekte für das Jahr 2014. Die Mitglieder sammelten insgesamt 58.000 Yuan (ca. 8.000 Euro) für Seminaristen und Ordensschwestern (76 Prozent) sowie alte oder kranke Bischöfe und Priester (10 Prozent) und die Unterstützung der Diözesangemeinschaft (10 Prozent) sowie für Pilger (3 Prozent). Die Verwaltungskosten lagen bei nur 1 Prozent. Die Mitglieder der Gruppen wechseln sich bei der Arbeit in der Küche und der Wäscherei des Seminars ab und spenden monatlich 30 Yuan (6 Euro) für jeden Seminaristen. Sie helfen auch bei der Reinigung der Seminare und Klöster mit sowie in den Heimen für pensionierte Priester mit. Der geistliche Begleiter der Gruppe, Pfarrer Anton Jia betont: „Mit unserem aufrichtigen Gebet möchten wir eine Brücke der Herzen zwischen den Gläubigen und den Berufungen bauen und damit den Weg der Berufung zur Christusnachfolge begleiten“. (NZ)

(Quelle: Fides 17/01/2014)