Chirograph von Papst Franziskus zum Rat der Kardinäle

Rein beratende Funktion, ohne Entscheidungsbefugnis

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 540 klicks

P. Federico Lombardi, Direktor des Pressesaals im Vatikan, gab beim gestrigen Briefing zur Versammlung des Papstes mit dem Rat der acht Kardinäle Informationen zum Charakter, der Vorbereitung und Arbeitszeit des Rates. Der Rat, dem Erzbischof Reinhard Marx (München-Freising), Erzbischof Laurent Monswengo (Kinshasa), Erzbischof Oswald Garcias (Bombay), Erzbischof George Pell (Sidney), Erzbischof Sean Patrick O’Malley (Boston), Erzbischof Oscar Rodriguez Maradiaga (Tegucigalpa), Francisco Javier Errazuriz Ossa, emeritierter Erzbischof von Santiago de Chile und Giuseppe Bertello, Präsident des Governatorates des Vatikanstaates angehören, sei gegründet worden, so P. Lombardi, um dem Papst beratend zur Seite zu stehen, und nicht, um Entscheidungen zu treffen.

Wie Papst Franziskus im Chirograph vom 28. September 2013 ausführt, sei bereits im Vorfeld des Konklaves der Vorschlag unterbreitet worden, eine dem Papst eine Beratergruppe zur Seite zu stellen, deren Mitglieder der Heilige Vater einzeln oder auch als Gruppe zu speziellen Fragen konsultieren könne. Nach der Wahl auf den Heiligen Stuhl habe er mehrfach Gelegenheit gehabt, darüber nachzudenken, und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Einrichtung eines Kardinalsrates eine bemerkenswerte Hilfe bei der Verrichtung des Papstamtes darstelle, das ihm anvertraut worden sei. Aus diesem Grunde habe er am 13. April dieses Jahres die Gründung eines solchen Rates und seiner Mitglieder angekündigt. „Nun halte ich es nach reiflicher Überlegung für angebracht, dass diese Gruppe mit dem vorliegenden Chirograph als ‚Rat der Kardinäle‘ mit der Aufgabe, mir bei der Regierung der Weltkirche zu helfen und eine Reform der Apostolischen Konstitution ‚Pastor bonus‘ der Römischen Kurie auszuarbeiten, eingesetzt wird.“ Papst Franziskus erklärt in dem Chirograph, dass er sich vorbehalte, die Zahl der Mitglieder oder die Zusammensetzung des Rates entsprechend den Anforderungen zu ändern.

Die Versammlung am 30. September sei ein erstes Treffen gewesen, dem viele weitere folgten. Die Teilnehmer seien zur Verschwiegenheit in Bezug auf den Inhalt der Beratungen verpflichtet, wie P. Lombardi während des Briefings ausführte.

„Eine gute Weise, diesen Rat zu definieren, besteht darin, ihn als ein weiteres Mittel zu nennen, das die Leitung der Kirche durch eine neue Weise der Beratung bereichert“, wie Radio Vatikan P. Lombardi zitiert. „Die wichtigsten Formen der Beratung in der Kirche werden diese drei sein: die Synode, die Treffen mit den Leitern der Vatikanabteilungen, seinen engsten Mitarbeitern, und diese Gruppe, die heute formal eingerichtet wird.“