Chormusik zu Ehren Benedikts XVI. in der Sixtinischen Kappelle

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ROM, 26. Juni 2006 (ZENIT.org).- Am Samstagnachmittag kam Papst Benedikt XVI. in den Genuss eines besonderen Konzerts: Unter der Leitung des berühmten Komponisten und Kirchenmusikers Domenico Bartolucci (89) wurden in der Sixtinischen Kappelle mehrere Motetten von Giovanni Pierluigi Palestrina sowie Eigenkompositionen des Altmeisters aufgeführt. Zum ersten Mal erklang auch "Oremus pro Pontifice nostro Benedicto" ("Lasset uns beten für unseren Papst Benedikt"), eine Komposition, die Bartolucci, Chorleiter "ad vitam" der Sixtinischen Kapelle, unmittelbar nach der Wahl Benedikts XVI. komponiert hatte. Es sang der Chor der "Fondazione Domenico Bartolucci".



Am Ende des Konzerts richtete der Heilige Vater ein kurzes Gruß- und Dankwort an alle Teilnehmer. Benedikt XVI. verwies auf die Pracht der Sixtinische Kappelle sowie der dargebotenen Musikstücke. Sie weckten das Bedürfnis, zu loben, zu segnen und zu danken. Dieser Lobpreis richte sich in erster Linie an den Herrn, der dem Menschen die Fähigkeit verliehen habe, sich mit musikalischen Mitteln wie dem Singen auszudrücken.

"Geehrter Meister, Sie haben mir und uns allen (…) ein besonderes Geschenk bereitet", fuhr der Papst in Richtung Domenico Bartoluccis fort. Der Komponist habe mit den zu Gehör gebrachten Kompositionen, die Meilensteine der polyphonischen Schule darstellten, eine großartige Auswahl getroffen. Die polyphone Kirchenmusik bezeichnete der Heilige Vater als ein "Erbe, das sorgfältig zu bewahren und lebendig zu erhalten ist und bekannt gemacht werden muss – nicht nur zum Vorteil der Experten und derjenigen, die sie pflegen, sondern auch der ganzen kirchlichen Gemeinschaft, für die sie einen unschätzbaren geistlichen, künstlerischen und kulturellen Schatz darstellt", bekräftigte der Papst.

Die Stiftung Domenico Bartolucci habe das Ziel, diese klassische und zugleich moderne Tradition der berühmten polyphonen Schule zu bewahren und weiter zu tragen. "Maestro Bartolucci" erkennt nach Worten Benedikts XVI. im Gesang ein Mittel der Evangelisation. "Auf diese Weise hat die von Ihnen geleitete päpstliche Musikkappelle in unzähligen Konzerten in Italien und im Ausland mit der universalen Sprache der Kunst an der Sendung der Päpste mitgewirkt, die darin besteht, in der Welt die christliche Botschaft zu verbreiten."

Am Ende seiner Ansprache rief der Heilige Vater die Gottesmutter an, damit sie alle beschütze, die im Bereich der Kirchenmusik tätig sind. Danach spendete er allen den Apostolischen Segen.