Christ des Augenblicks, Christ der Zeit

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 286 klicks

In der Predigt während der Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, allein Christus sei der Herr der Zeit. Es sei eine Tugend, in jedem Moment des Lebens die Hoffnung Jesu zu erkennen, die man brauche, um an das Ende der Zeit zu blicken. Dabei seien zwei Dinge entscheidend: Das Gebet und die Hoffnung. Das Gebet helfe dabei, gemeinsam mit dem Urteilsvermögen, die einzelnen Momente des Lebens zu verstehen und sie auf Gott zu orientieren. Die Hoffnung hingegen sei das Licht, das das Gesamte beleuchte. Der Ausgangspunkt der Überlegungen des Pontifex war das heutige Evangelium nach Lukas (21,5-11). Er sagte, Jesus rate zwei Dinge, wenn sich unser Weg dem Ende nähere, jedoch sei wichtig, wie das Leben gelebt werde, ob im Augenblick oder in der Zeit.

„Der Christ ist ein Mann oder eine Frau, der oder die den Augenblick zu leben und in der Zeit zu leben weiß. Der Augenblick ist das, was wir jetzt in der Hand haben: Aber das ist nicht die Zeit, die vergeht! Vielleicht können wir uns Herren des Augenblicks fühlen, aber es ist ein Trugschluss, sich Herr der Zeit zu fühlen: Die Zeit gehört uns nicht, die Zeit gehört Gott! Der Augenblick ist in unseren Händen und auch ist es uns frei, wie wir ihn nehmen. Noch mehr: Wir können Herren des Augenblicks werden, aber der Herr der Zeit ist nur einer, ein einziger Herr, Jesus Christus.“

Papst Franziskus fuhr fort, es gebe zwei Dinge, die der Christ beachten müsse, um den Augenblick zu leben: Das Gebet und die Urteilsfähigkeit.

„Um die Zeichen zu erkennen, um zu wissen, welchen Weg ich in einem bestimmten Augenblick einschlagen muss, ist es notwendig, das Geschenk des Urteilsvermögens und des Gebets zu erhalten. Hingegen um sich die Zeit anzuschauen, dessen einziger Besitzer der Herr, Jesus Christus, ist, können wir keine menschliche Tugend haben. Die Tugend, die Zeit zu erfassen, muss gegeben, vom Herrn geschenkt werden: Die Hoffnung! Gebet und Urteilsvermögen für den Augenblick; Hoffnung für die Zeit.“

So bewege sich der Christ über den Weg, von Augenblick zu Augenblick.

„Der Christ weiß in jedem Augenblick auf den Herrn zu warten, aber er hofft auf den Herrn am Ende der Zeit. Mann und Frau des Augenblicks und der Zeit: Des Gebets und des Urteilsvermögens, und der Hoffnung. Gebe uns der Herr die Tugend, mit der Weisheit zu gehen, die auch ein Geschenk von ihm ist: Die Weisheit, die uns im Augenblick zum Beten und zum Urteilen bringt. Und in der Zeit, die der Bote des Herrn ist, lasse uns in Hoffnung leben.“