Christa Meves: Schockierendes Ansinnen einer politischen Gruppierung

Eingriff in verfassungsrechtlich garantierteTherapiefreiheit

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 817 klicks

Im März 2013 hat die Bundestagsfraktion der Grünen den „Entwurf eines Gesetzes zur Ahndung von Therapien mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung bei Minderjährigen“ für den Bundestag verfasst (Drucksache 17/12849). Sie fordern ein Verbot von Therapien zur Änderung der sexuellen Orientierung.

Die Grünen wollen folgenden Gesetzestext durchsetzen:

(1) Ordnungswidrig handelt, wer berufs- oder gewerbsmäßig Therapien anbietet oder durchführt, die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Minderjährigen zu verändern.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von mindestens fünfhundert Euro geahndet werden.“

Die bekannte Kinder-und Jugendtherapeutin Christa Meves, ausgezeichnet unter anderem mit dem Gregoriusorden (2005), kritisiert in scharfer Form diesen Eingriff in die Therapiefreiheit, die in Deutschland verfassungsrechtlich garantiert ist.

Darüber hinaus werden nach Auffassung von Meves durch diesen Gesetzentwurf Fakten auf den Kopf gestellt. Insbesondere die therapeutische Praxis und die Hirnforschung zeigten andere Erkenntnisse, so Meves.

Im Einzelnen führt Christa Meves in „Meves Aktuell“ aus:

„Die Bundesfraktion der Grünen will therapeutische Angebote verbieten lassen, die minderjährigen Homosexuellen helfen wollen, ihre sexuelle Orientierung zu ändern. Die Fraktion werde dazu einen eigenen Gesetzentwurf einbringen, erklärte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Volker Beck. Nach dem Entwurf sollen Verstöße mit einer Geldbuße von mindestens 500€ geahndet werden. Sogenannte ‚Konversionstherapien‘ hätten ‚ein erhebliches gesundheitliches Risiko,‘ so hieß es in der Verlautbarungwie die WELT online berichtet. ‚Wenigstens Kinder und Jugendliche müssten davor geschützt werden.‘

Das ist ein schockierendes Ansinnen gegenüber der Zunft der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Das Institut für Jugend und Gesellschaft in Reichelsheim hat deshalb am 20.3.13 mit einer Presseerklärung reagiert. Nach einer Zurückweisung ‚einer falschen und unsachlichern Terminologisierung und unzulässigen Verknüpfungen‘ wird darin darauf hingewiesen, dass ‚der Gesetzentwurf auf einen unzulässigen Eingriff in die gesetzlich gewährleistete Autonomie jeder Therapie zielt, deren Ziel und Methode zwischen Therapeut und Klient vereinbart werden.‘ Die Verlautbarung von Volker Beck unterstelle, dass Therapeuten nicht fähig seien, das Anliegen und die Motivation von minderjährigen Kindern angemessen einschätzen zu können. In einer Stellungsnahme des Bundesgesundheitsministeriums von 2008 heiße es:

‚Wenn homosexuell empfindende Menschen eine psychotherapeutische Behandlung wünschen oder in Anspruch nehmen, sind sie in der Wahl ihrer Therapie und ihres Therapeuten nicht eingeschränkt. Die Ziele einer Therapie werden grundsätzlich zwischen der Patientin oder dem Patienten und der Therapeutin oder dem Therapeuten vereinbart. Die Therapiefreiheit ist verfassungsrechtlich durch Artikel 5 Absatz 3, Satz 1 und Artikel 12 Absatz 1 Satz 1 des Grundgesetzes geschützt.’"

Die Behauptung von Volker Beck, dass die Festigung der sexuellen Identität des Kindes durch eine fachgerechte psychotherapeutische Einwirkung „Ängste, Isolation, Depressionen und eine Erhöhung der Selbstmordrate“ zur Folge habe, stelle die Fakten auf den Kopf. In der Praxis bestätige sich gerade das Gegenteil, so Meves.

Es bedürfe fachlicher Zurückweisung.

Die Hormonforschung könne belegen, dass die bereits bei der Zeugung festgelegte Unterschiedlichkeit des Geschlechts beim Fötus - und zwar wenige Wochen nach der Zeugung - im Mutterleib aktiviert werde und schon dort Einfluss auf sich einprägende Wesensunterschiede zwischen Mann und Frau in das sich nun allmählich konstituierende Gehirn nehme.