Christen, die Prediger kritisieren, verschließen sich dem Heiligen Geist

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 395 klicks

Papst Franziskus sagte in seiner heutigen Predigt in Santa Marta, es gebe Christen, die gegen Prediger allergisch seien, aber in Wirklichkeit Angst davor hätten, dem Heiligen Geist die Tür zu öffnen, und dadurch traurig würden. Der Pontifex bezog sich auf das heutige Evangelium (Mt 11,16-19) und sagte:

„Die Menschen dieser Zeit zogen es vor, sich in die fortgeschrittene Religion zu flüchten: In ihren moralischen Vorstellungen, so wie die Gruppe der Pharisäer; in ihren politischen Kompromissen, wie die Sadduzäer; in der sozialen Revolution, wie die Zeloten; in der gnostischen Spiritualität, wie die Essener. Sie hatten ein sauberes, gut gemachtes System. Aber den Prediger, nein danke. Auch Jesus erinnert sie daran: ‚Eure Väter haben das gleiche mit den Propheten gemacht.‘ Das Volk Gottes hat eine gewisse Allergie gegen die Prediger des Wortes: Es hat die Propheten verfolgt, sie umgebracht.“

Der Pontifex sagte, diejenigen, die die Prediger ablehnten, hätten ein in festen Vorstellungen verhaftetes Leben. Es handle sich um immer unzufriedene Christen.

„Diese Christen, die verschlossen sind, die eingesperrt sind, diese traurigen Christen… Sie sind nicht frei. Und warum? Weil sie Angst vor der Freiheit des Heiligen Geistes haben, der über die Predigt auf sie herab kommt. Und das ist der Skandal des Predigens, von dem der heilige Paulus spricht: Der Skandal der Predigt, der im Skandal des Kreuzes endet. Es empört, dass Gott zu uns mit Hilfe von Männern mit Grenzen spricht, sündigen Männern: Das empört! Und es empört noch mehr, dass Gott zu uns mit Hilfe eines Mannes spricht und uns mit seiner Hilfe rettet, der von sich sagt, er sei der Sohn Gottes, aber wie ein Krimineller endet. Das empört.“

Papst Franziskus sagte, diese traurigen Christen glaubten nicht an den Heiligen Geist, sie glaubten nicht an die Freiheit, die die Predigt mit sich bringe, die lehre und auch rüge, aber die die Kirche wachsen ließe.

„Wenn ich Kinder sehe, die Angst davor haben zu tanzen, zu weinen, Angst vor allem haben, die bei allem Sicherheit brauchen, denke ich an diese traurigen Christen, die immer die Prediger der Wahrheit kritisieren, weil sie Angst haben, dem Heiligen Geist die Tür zu öffnen. Beten wir für sie, und beten wir auch für uns, dass wir keine traurigen Christen werden, indem wir dem Heiligen Geist die Freiheit geben, zu uns zu kommen mit Hilfe des Skandals der Predigt.“