Christen müssen für Widerstand gegen gleichgeschlechtliche Verbindungen bezahlen

Gleichbehandlungsgesetze werden in verschiedenen Ländern benutzt, um damit zu diskriminieren

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Von P. John Flynn, LC

ROM, 14. Juni 2012 (ZENIT.org). - Wie eine gewisse Anzahl unlängst aufgetretener Fälle zeigt, stoßen Christen zusehends auf Widerstand, wenn sie ihren Glauben in der Öffentlichkeit bekennen wollen.

Wie es in der Ausgabe vom 5. Juni des „Albuquerque Journal“ heißt, hat der Berufungsgerichtshof von New Mexiko befunden, dass die Weigerung eines Fotogeschäftsinhabers, ein gleichgeschlechtliches Paar zu fotografieren, die Menschenrechtscharta des Staates verletzt.

Im Jahre 2006 hatte Vanessa Willock Frau Elaine Huguenin, die Besitzerin des „Elane Photography“-Ladens gefragt, ob sie die Bilder von einer „Heiratszeremonie zwischen Gleichgeschlechtlichen“ aufnehmen würde. Sie erhielt die Antwort, dass das Geschäft lediglich Aufträge für „traditionelle Heiraten“ entgegennehme.

Die Geschäftsinhaberin verlor auch vorangegangene Prozesse mit Urteilssprüchen, die 2008 von der Menschenrechtskommission New Mexikos und 2009 vom Kreisrichter Alan Malott gefällt worden waren.

Sie argumentierte, dass die Weigerung, Zeremonien zwischen Gleichgeschlechtlichen zu fotografieren keine Diskriminierung darstelle, sondern auf ihrer religiösen und moralischen Glaubensüberzeugung beruhe.

Die Gerichtshöfe befanden jedoch, dass ein Geschäft, das der Öffentlichkeit dient, seinen Dienst in diesem Fall nicht verweigern dürfe. Genauso wie es dies nicht aufgrund der Rasse, Religion, Farbe und Nationalität tun dürfe, so dürfe es dies auch nicht aufgrund des Geschlechts, der geschlechtlichen Orientierung oder der geschlechtlicher Identität tun.

Auch in England, wo die Regierung in Erwägung zieht, Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen zu legalisieren, ist die Frage des Verhältnisses des Christentums zu gleichgeschlechtlichen Paaren ein heißes Thema. Wie das ausdrücklich nicht-religiöse Magazin „The Economist“ in seiner Druckausgabe vom 2. Juni aufgezeigt hat, haben Christen dort bei der Verteidigung ihrer Position einen schwierigen Stand.

Vielfalt

Wie „The Economist“ schreibt, hatte eine Lobbygruppe namens „Christian Concern“ (Christliche Sorge) vergangenen März bei der „Law Society“ Zimmer für eine Konferenz gebucht. Am 11. Mai wurde die Buchung aufgrund der Position der Lobbygruppe in Fragen gleichgeschlechtlicher ‚Ehe‛ storniert. Sie nahm dann eine Buchung beim „Queen Elizabeth Conference Center” vor, doch wieder wurde diese bald darauf storniert, denn: „das Ereignis stehe in Konflikt mit unserer Politik in Fragen Vielfalt“.

„The Economist“ wies darauf hin, dass die meisten christlichen Kirchen und kirchlichen Vereinigungen, das Judentum und fast alle Muslime glaubten, dass das Geschlechtsleben nur in der Ehe zwischen Mann und Frau einen Platz habe. Das Magazin stellte die Frage: „Gehört das auch zur Vielfalt hinzu?“

Am 9. Mai berichtete die Zeitung „Telegraph newspaper“, dass katholische Schulen in Wales in Schwierigkeiten gerieten, als sie darüber informiert wurden, dass die an ihre Schüler gerichtete Einladung, einen Antrag zu unterzeichnen, der gegen den Vorschlag der Regierung protestiert, gleichgeschlechtliche „Ehen“ zu legalisieren, einen Gesetzesbruch darstelle.

Herr Leighton Andrews, der Erziehungsminister der Regierungsversammlung von Wales, meinte hierzu, dass der Aufruf, sich einer Gesetzesänderung entgegenzustellen, einen „politischen“ Akt darstellen könne, der aufgrund der Erziehungscharta von 1996 verboten ist.

Er veranlasste die Schulen in Wales dazu, den Alumnen nicht nur eine ausgeglichene Sichtweise in Bezug auf die gleichgeschlechtliche ‚Ehe‛ zu vermitteln, sondern ordnete ebenso an, dass die Schüler von seiner Eingabe in Kenntnis zu setzen sind.

„Wir bleiben dabei, dass unsere Position eine religiöse und keine politische Sichtweise widerspiegelt“, so Herr Maeve McCormack, Politikmanager beim Katholischen Erziehungsdienst, hieß es im „Telegraph“.

Einen schweren Schlag für die freie Meinungsäußerung zum Thema Homosexualität gab es auch, als Adrian Smith in England den Berufungsprozess gegen eine Entscheidung aus dem Jahre 2011 verlor, die sein Arbeitgeber aufgrund von Kommentaren, die auf seiner Facebook-Seite standen, getroffen hatte und die darin bestand, dass er ihn auf einen niedrigeren Posten stellte.

Am 24. Oktober vergangenen Jahres berichtete die Zeitung „Telegraph newspaper“, dass der Mann sich in seiner Freizeit auf der eigenen Facebook-Seite kritisch über die Regierungspläne, gleichgeschlechtliche Hochzeiten in Kirchen zuzulassen, geäußert habe. Der Posting-Inhalt, der nur seinen Freunden zugänglich war, veranlasste den „Trafford Housing Trust“, ihn von einem mit 35.000 Pfund bezahlten Managerposten auf einen geringeren, mit 21.000 Pfund bezahlten Posten, zu versetzen.

In der Folge befand der Kreisrichter Charles Khan vom Manchester County Court am 21. März – so das „Christian Institute“ –, dass Smith sich im vorliegenden Rechtsfall gegen seinen Arbeitgeber nicht auf die Menschenrechte berufen könne.

Herr Smith beabsichtigt, seinen Fall höheren Instanzen vorlegen, weswegen man in den kommenden Monaten noch davon hören werde, so das „Christian Institute“.

Doppelzimmer

Die Entscheidung fiel kurz nachdem ein weiterer Fall, in dem Berufung eingelegt wurde, verloren gegangen war. Hierbei handelte es sich um die christlichen Inhaber eines Hotels in Cornish. Sie zielten darauf ab, dass ein aus dem Jahre 2011 stammendes Urteil in Bezug auf ihre Vorgehensweise, Doppelzimmer allein verheirateten Ehepaaren zur vermieten, für ungültig erklärt werde.

Peter und Hazelmary Bull brachten ihren Fall bis vor das Berufungsgericht, nachdem sie im Januar 2011 vom Gerichtshof zur Bezahlung von Schadensersatz an die zivilrechtlich verbundenen Partner Steven Preddy und Martyn Hall verurteilt worden waren. Doch sie verloren ihren Prozess, wie BBC am 10. Februar berichtete.

Etwas später, am 12. März, hieß es bei BBC, dass das Ehepaar eine Berufung beim Obersten Gerichtshof in Erwägung ziehe.

„In einem Land, in dem Christen dafür, dass sie ihren Glauben bekennen in die Tasche gesteckt werden können, der Staatskörper sie herabwürdigt, sie dafür, dass sie ihre Ansichten über Sexualethik zum Ausdruck bringen, Repressalien oder sogar eine Festnahme befürchten müssen, läuft etwas sehr schief,” warnte vor kurzem Lord Carey, der ehemalige Erzbischof von Canterbury.

Seine Warnung steht in einer Eingabe beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und betrifft einen Fall, der im Monat September in die Verhandlung gehen wird, so der Bericht der Zeitung „Telegraph newspaper“ vom 13. April.

Bei der Anhörung werden verschiedene Fälle vorgetragen werden, einschließlich dessen eines psychologischen Beraters, dem man den Laufpass gegeben hatte, weil er sagte, dass er sich unwohl dabei fühle, homosexuellen Partnern Geschlechtstherapie zu erteilen. Ebenso liegt der Fall eines christlichen Standesbeamten vor, der sich weigerte, dem feierlichen Abschluss einer zivilen Partnerschaft vorzustehen.

Nach Lord Careys Aussage haben Gerichtshöfe in Großbritannien „das Gleichbehandlungsgesetz konsequent angewendet, um Christen damit zu diskriminieren“. Sicher handelt es sich dabei um eine Situation, die nicht nur auf Großbritannien beschränkt ist und die schnell um sich greift.

[Übersetzung des englischen Originals von P. Thomas Fox LC]