Christen müssen sich wieder stärker für Frieden engagieren

BDKJ würdigt zum 50. Jubiläum die Friedensenzyklika Pacem in Terris - Pressemitteilung

Rom - Düsseldorf, (ZENIT.orgBDKJ) | 493 klicks

Christinnen und Christen sollten sich wieder stärker Friedensfragen stellen. Das fordert der Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Simon Rapp, zum 50-jährigen Jubiläum der Enzyklika „Pacem in Terris“ (Friede auf Erden). Rapp betont die bleibende Bedeutung des Papstwortes und dessen  Mahnung, „dass Frieden nie endgültig geschaffen werden kann, sondern immer neu gesucht und geschützt werden muss.“ 

„Vor allem wir Christinnen und Christen haben die Pflicht, Friedensfragen in der Gesellschaft zu thematisieren und Entscheidungen der politisch Verantwortlichen zu überprüfen, ob sie zu mehr Frieden beitragen oder ihn verhindern“, so Rapp. Kirchliche Verbände und Gemeinschaften müssten sich Friedensfragen wieder stärker bewusst machen. „Das sind existentielle Entscheidungen über Leben und Tod Einzelner. Man drückt sich gerne vor diesen Fragen, weil sie unbequem sind, spielt dabei aber auch deren existenzielle Bedeutung herunter“, so Rapp.

Rapp fordert Entscheidungstragende auf, friedensbewahrendes und –stiftendes Engagement zu stärken, bevor ein Konflikt in eine bewaffnete Auseinandersetzung mündet. So müssten die aktuellen Einsätze der Bundeswehr mit größerer Aufmerksamkeit begleitet und auf ihre friedensstiftende Entwicklung überprüft werden: „Wie weit sind wir im Kosovo, in Afghanistan? Was können wir in Mali bewirken?“, fragt Rapp und mahnt: „Gesichtswahrung vor internationalen Partnern allein ist kein Grund, Soldatinnen und Soldaten in einen Krieg zu entsenden.“ 

Dabei würden Friedensfragen fast viele politische Felder betreffen. „Entwicklungshilfe muss effektiv die Förderung der Menschenrechte im Fokus haben. Eines der größten Ärgernisse ist der Umgang mit dem Export von Kriegswaffen. Diese werden meist nur aus wirtschaftlichen Gründen betrachtet und zu wenig aus der Frage, ob durch den Export von Waffen nicht noch mehr Leid in die Welt exportiert wird.“ Eine stärkere öffentliche Kontrolle sei dringend erforderlich, um einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu erzeugen.

Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.