Christen seien frei von Eitelkeit, Machthunger und Geld

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 533 klicks

In seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, in der Kirche gebe es viele Menschen, die Jesus aus Gründen der Eitelkeit, des Machthungers und des Geldes wegen folgen würden. Die Grundlage der Überlegungen des Papstes bildete das heutige Evangelium (Joh 6,22-29). Er sagte, um Jesus zu folgen, müsse man immer wieder an sich arbeiten. Jesus selbst nenne drei Dinge, die zu meiden seien, wenn man ihm oder Gott folgen wolle. Der erste sei die Eitelkeit.

„Diese Führungskräfte wollten sich ins Rampenlicht stellen, es gefiel ihnen – um das richtige Wort zu gebrauchen –, sich zu spreizen wie ein Pfau, und sie benahmen sich wie richtige Pfaue! Sie waren so. Und Jesus sagt: ‚Nein, nein: Das geht nicht. Das geht nicht. Die Eitelkeit tut nicht gut‘. Und manchmal tun wir Dinge mit dem Gedanken, uns ein bisschen ins Rampenlicht zu stellen; wir folgen der Eitelkeit. Die Eitelkeit ist gefährlich, denn wir schlittern auf ihr direkt in den Stolz, die Oberflächlichkeit, und dann ist es vorbei. Und ich stelle mir eine Frage: Ich, wie folge ich Jesus? Die guten Dinge, die ich mache, verstecke ich sie oder gefällt es mir, mich in Rampenlicht zu stellen?“

In diesem Zusammenhang erwähnte Papst Franziskus auch die Hirten in der Kirche und sagte, ein eitler Hirte vollbringe nichts Gutes am Volk Gottes. Auch wenn er ein Priester oder ein Bischof sei, folge er nicht Jesu, denn ihm gefalle die Eitelkeit. Der zweite Vorwurf Jesu betreffe die Macht.

„Manche folgen Jesus, aber nur ein bisschen, nicht ganz bewusst, unbewusst, denn sie suchen die Macht, nicht wahr? Der deutlichste Fall sind Johannes und Jakobus, die Söhne des Zebedäus, die Jesus darum baten, erster Minister und Vizeminister zu sein, wenn das Reich komme. Und in der Kirche gibt es viele Aufstrebende! Es gibt viele, die an der Kirche klopfen… Wenn dir das gefällt, zieh in den Norden und mach Alpinismus: Das ist gesünder! Aber komm nicht in die Kirche, um aufzustreben! Und ihnen macht Jesus den Vorwurf, denen, die die Macht suchen.“

Papst Franziskus sagte, das dritte Ding, das von der Aufrichtigkeit entferne, sei Geld.

„Diejenigen, die Jesus aufgrund des Geldes folgen, die versuchen wirtschaftlich von der Pfarrei, der Diözese, der christlichen Gemeinschaft, dem Krankenhaus zu profitieren… Denken wir an die erste christliche Gemeinschaft, die sich vor dieser Versuchung befand… Diese Versuchung gab es von Anfang an und wir haben viele gute Katholiken kennengelernt, gute Christen, Freunde, Unterstützer der Kirche, mit vielen Auszeichnungen… vielen! Und dann wird entdeckt, dass sie ein paar dunkle Geschäfte gemacht haben: Sie waren wahre Geschäftsmänner, die viel Geld gemacht haben! Sie präsentierten sich wie Unterstützer der Kirche, aber haben viel Geld genommen und nicht immer sauberes Geld.“

Abschließend sagte Papst Franziskus:

„Bitten wir den Herrn um die Gnade, dass er uns den Heiligen Geist senden möge, damit wir ihm in Rechtschaffenheit nachfolgen: Nur ihm. Ohne Eitelkeit, ohne Machthunger und ohne Geldsucht.“