Christen sollen auf ihrem Weg im Namen des Herrn geduldig und untadelig sein

Papst Franziskus in der heutigen Messe in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) | 484 klicks

„Der Herr findet immer einen Weg in unser Leben. Es fordert einige Geduld von uns, da er sich uns nicht immer zeigt“, war die päpstliche Botschaft in der heutigen Messe. Daran nahmen wie auch gestern einige Angestellte der Direktion für Gesundheit und Hygiene des Vatikans zusammen mit ihrem Direktor Patrizio Polisca teil.

„Der Herr erschien erst spät im Leben des 99jährigen Abraham, als er ihm einen Sohn versprach. Hingegen kam er sofort in das Leben des Leberkranken: Jesus erhörte sein Gebet, berührte ihn, und das Wunder geschah.“ Der Papst nahm die heutige Lesung nach Matthäus 8,1-4 zum Ausgangspunkt, um zu verdeutlichen, auf welchem Weg der Herr sich in unser Leben einbinde. Wenn der Herr zu uns kommt, würde er dies nicht immer auf die gleiche Art und Weise tun, es gäbe kein Protokoll. So unterschiedlich die Wege jedoch seien, er käme immer in unser Leben.

„Der Herr sucht immer einen Weg, wie er in unser Leben kommen kann. Oft geschieht es ganz langsam, so dass wir riskieren, die Geduld zu verlieren. Wir beten, aber sein Eingreifen in unser Leben geschieht nicht. Andere Male, wenn wir daran denken, was uns der Herr versprochen hat, sind wir ein wenig ungläubig, ein wenig skeptisch, wie Abraham, und dann lächeln wir im Geheimen... Es heißt, in der ersten Lesung, Abraham versteckt sein Gesicht und lächelt … Seine Skepsis: ‚Wie soll ich mit fast hundert und meine Frau mit 90 Jahren einen Sohn bekommen?‘“

Der Pontifex wies darauf hin, wie oft wir ungeduldig und skeptisch würden, wenn der Herr nicht das in ihrem Leben verändere und das Wunder geschehen lasse, das sie erwarteten.

„Er wird das Wunder nicht vollziehen, weil es bei skeptischen Menschen nicht möglich ist. Der Herr nimmt sich seine Zeit. Auch er hat in der Beziehung mit uns sehr viel Geduld. Nicht nur wir müssen Geduld haben: Er hat sie ebenfalls! Er wartet auf uns! Und er wartet auf uns, bis an unser Lebensende! Der Herr geht an unserer Seite, aber oft gibt er sich nicht zu erkennen. Der Herr ist in unser Leben eingebunden, das ist sicher, aber oft sehen wir ihn nicht. Das erfordert Geduld von uns.“

Der Papst erläuterte, dass die Geduld des Herrn darin bestünde, sich an das Tempo der Menschen anzupassen. Und genau in dem Moment, in dem die Menschen glaubten, es gehe nicht mehr weiter, wenn sie kurz davor wären aufzugeben, offenbare er sich ihnen.

„Jesus hörte am Kreuz, wie die Menge ihn herausforderte: Steig herunter, steig herunter! Komm! Geduld bis zum Ende, denn er hat Geduld mit uns. Er tritt immer in unser Leben ein, er ist mit uns beschäftigt, aber er macht es auf seine Art und Weise, und wenn er denkt, dass es richtig ist. Er sagt uns nur das, was er auch zu Abraham gesagt hat: ‚Gehe Deinen Weg in meinem Namen, und sei vollkommen.“ Sei untadelig, das ist das richtige Wort. Das ist der Weg gemeinsam mit dem Herrn, und er greift ein. Doch müssen wir darauf warten, auf den richtigen Moment. Bitten wir den Herrn um diese Gnade: immer in seinem Namen zu gehen und zu versuchen, untadelig zu sein.“