Christen treffen definitive Entscheidungen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 326 klicks

In der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, die Christen seien dazu aufgerufen, definitive Entscheidungen zu treffen. Auch heute gebe es verfolgte Brüder und Schwestern, die uns Mut machten, uns dem Herrn anzuvertrauen. Papst Franziskus nahm in seiner Predigt Bezug auf die erste Lesung aus dem Buch Daniel (1,1-6.8-20) und das heutige Evangelium nach Lukas (21,1-4). In beiden Texten seien die Menschen am Ende, jedoch blieben die Witwe und die jungen Sklaven dem Herrn treu.

„Beide, die Witwe und die Jungen, riskieren etwas. In ihrem Risiko entscheiden sie sich für den Herrn, mit einem großen Herzen, ohne persönliches Interesse, ohne Engstirnigkeit. Sie waren nicht engstirnig. Der Herr, der Herr ist alles. Der Herr ist Gott, und sie vertrauten sich dem Herrn an. Und das haben sie nicht– ich erlaube mir dieses Wort – aus einer fanatischen Kraft heraus gemacht, nein: ‚Das müssen wir machen, Herr‘, nein! Da ist noch etwas anderes: Sie haben sich anvertraut, weil sie wussten, dass der Herr treu ist. Sie haben sich der Treue anvertraut, die immer da ist, weil der Herr sich nicht verändern kann; er kann es nicht: Er ist immer treu, er kann nicht untreu sein, er kann sich nicht verneinen.“

Papst Franziskus sagte, es sei diese Treue des Herrn gewesen, die sie dazu gebracht habe, diese Entscheidung zu treffen, denn sie wüssten, er sei ihnen gegenüber treu. Dies gelte für die kleinen wie für die großen und schwierigen Entscheidungen.

„Auch in der Kirche, in der Geschichte der Kirche finden wir Männer, Frauen, junge Menschen, die diese Entscheidung treffen. Wenn wir uns das Leben der Märtyrer anschauen, wenn wir in den Zeitungen über die Verfolgung von Christen lesen, heute, denken wir an diese Brüder und Schwestern in Randsituationen, die diese Entscheidung treffen. Sie leben in der heutigen Zeit. Sie sind ein Beispiel für uns und machen uns Mut, alles, was wir zum Leben haben, in den Schatz der Kirche zu werfen.“

Der Pontifex sagte, der Herr habe den jungen Juden in der Sklaverei geholfen, aus den Schwierigkeiten herauszukommen, ebenso wie er der Witwe geholfen habe.

„Es wird uns gut tun, an diese Brüder und Schwestern zu denken, die in unserer Geschichte, auch heute, definitive Entscheidungen treffen. Aber denken wir auch an die vielen Mütter, die vielen Familienväter, die jeden Tag definitive Entscheidungen treffen, um mit ihrer Familie weitergehen zu können. Und das ist ein Schatz in der Kirche. Sie geben uns ein Zeugnis, und vor den vielen, die uns ein Zeugnis geben, bitten wir den Herrn um die Gnade des Mutes, des Mutes, weiterzugehen in unserem christlichen Leben, in den alltäglichen Situationen und in Randsituationen.“