Christen und Buddhisten, vereint in der Sorge um die Schöpfung

Botschaft des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog zum buddhistischen Vesakh-Fest

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ROM, 29. April 2008 (ZENIT.org).- Das Vesakh-Fest ist das bedeutendste Fest im Buddhismus. Es erinnert an die Geburt, die Erleuchtung und den Tod des Fürstensohnes Siddhartha Gautama, der später „Buddha“ (der „Erleuchtete“) genannt wurde und den Buddhismus begründete. In diesem Jahr wird das Fest vom 12. bis zum 18. Mai begangen werden.



In der diesjährigen Grußbotschaft des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog zu diesem Anlass unterstreicht der Präsident des Dikasteriums, Kardinal Jean Louis Tauran, die „gemeinsame Sorge der Christen und Buddhisten für den Planeten Erde“.

Kardinal Tauran verweist in dem Dokument, das heute vom Pressebüro des Heiligen Stuhls veröffentlicht wurde, auf die guten Beziehungen zwischen Katholiken und Buddhisten, und bringt sein Vertrauen zum Ausdruck, dass dadurch die gegenseitige Kenntnis vermehrt werde, „um nicht nur für uns, sondern für die gesamte Menschheitsfamilie eine bessere Welt zu bauen“.

In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag habe der Papst festgestellt: „Für die Menschheitsfamilie ist dieses Heim die Erde, die Umwelt, die Gott, der Schöpfer, uns gegeben hat, damit wir sie mit Kreativität und Verantwortung bewohnen. Wir müssen für die Umwelt Sorge tragen: Sie ist dem Menschen anvertraut, damit er sie in verantwortlicher Freiheit bewahrt und kultiviert, wobei sein Orientierungsmaßstab immer das Wohl aller sein muss“ (Nr.7). Als Bewohner der Erde und Gläubige respektierten Christen und Buddhisten dieselbe Schöpfung und sorgten sich gemeinsam um die Umwelt, die sie gemeinsam teilten.

Der Umweltschutz, die Förderung einer tragbaren Entwicklung sowie eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber dem Klimawandel seien, so Kardinal Tauran, ein schwerwiegender Anlass zur Sorge für alle Menschen. „Viele Regierungen, NGOs, multinationale Konzerne und Forschungseinrichtungen erkennen die ethischen Implikationen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung an. Deshalb investieren sie finanzielle Ressourcen und teilen die Erkenntnisse im Bereich der Biodiversität, des Klimawandels, des Schutzes und der Wahrung der Umwelt.“ Auch die führenden Religionsvertreter leisteten ihren Beitrag zur öffentlichen Debatte, „die nicht nur eine Reaktion auf die jüngsten und dringlichsten Bedrohungen sind, die mit der globalen Erwärmung einhergehen“.

Christentum und Buddhismus hätten von jeher eine große Achtung vor der Natur gefördert und gelehrt, dass die Menschen dankbare Verwalter der Erde sein sollten. Nur tiefe Überlegungen über die Beziehung zwischen Schöpfer, Schöpfung und Geschöpfen könne es ermöglichen, dass die Besorgnis um die Umwelt nicht von der Habgier des einzelnen oder von Interessen besonderer Gruppen beeinträchtigt werde.

Kardinal Tauran stellt die Leser seiner Botschaft vor die Frage, ob Christen und Buddhisten nicht mehr tun könnten und intensiver in Projekten zusammenzuarbeiten, die der Verantwortung gerecht würden, die alle Menschen hätten. Wiederverwertung, Energiesparen, Verhinderung der wahllosen Zerstörung von Pflanzen und Tieren sowie der Schutz der Wasserwege: All dies veranlasse dazu, an den guten Willen zu appellieren und die guten Beziehungen unter den Völkern zu fördern. Auf diese Weise „können Christen und Buddhisten gemeinsam Überbringer der Hoffnung für eine saubere, sichere und einträchtige Welt sein“.