Christen und Juden sind untrennbar miteinander verbunden

Papst Benedikt XVI. am Berg Nebo: Mit Glauben und Hoffnung auf die Zukunft blicken

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AMMAN, 9. Mai 2009 (ZENIT.org).- Zu Beginn seines zweiten Tages in Jordanien besuchte Papst Benedikt XVI. am heutigen Morgen die antike byzantinischen Basilika der Moses-Gedenkstätte auf dem Berg Nebo. Der Heilige Vater betonte an dem altehrwürdigen Ort, von dem aus Moses das gelobte Land sehen durfte, aber sterben musste, ohne es selbst zu betreten (vgl. Dt 32,38-50; 34,1-5), dass uns die alte Tradition der Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten an „das unzertrennbare Band zwischen der Kirche mit dem jüdischen Volk" erinnere.



„Von Anfang an hat die Kirche in diesen Ländern in ihrer Liturgie der großen Gestalten der Patriarchen und Propheten gedacht, als Zeichen ihrer großen Wertschätzung für die Einheit der beiden Testamente. Unsere heutige Begegnung schenke uns eine neue Liebe zum Kanon der Heiligen Schrift und ein Verlangen, alle Hindernisse auf dem Weg der Versöhnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit im Dienst des Friedens, zu dem uns das Wort Gottes ruft, zu überwinden!"

In seiner Ansprache am symbolträchtigen Ort, der dem Judentum und dem Christentum in gleicher Weise heilig ist, dankte Benedikt XVI. vor allem auch den Franziskanern der Kustodie für ihre jahrhundertelange Präsenz im Heiligen Land.

Es sei angemessen, dass seine Pilgerreise auf diesem Berg beginne, von dem Moses aus der Ferne aus das verheißene Land erblickt habe: „Die wunderbare Aussicht vom Vorplatz dieses Heiligtums lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie jene prophetische Vision auf geheimnisvolle Weise den großen Heilsplan umfasste, den Gott für sein Volk vorbereitet hatte." Auf den Höhen des Bergs Nebo lade das Gedenken an Moses ein, nicht nur voller Dankbarkeit Gottes große Taten in der Vergangenheit zu betrachten, sondern auch voller Glauben und Hoffnung in die Zukunft zu blicken.

Moses habe das verheißene Land am Ende seines irdischen Pilgerwegs aus der Ferne betrachtet. Sein Beispiel erinnere die Menschen auch heute noch daran, dass sie ebenfalls ein Teil der die Zeiten überdauernden Pilgerschaft des Gottesvolkes durch die Geschichte seien. „Auf den Spuren der Propheten, der Apostel und der Heiligen sind wir berufen, mit dem Herrn zu gehen, seine Sendung weiter zu tragen, für die Frohbotschaft von Gottes allumfassender Liebe und von seinem Erbarmen Zeugnis zu geben."

Auftrag der Christen sei es, durch die Nächstenliebe und das Bemühen, Sauerteig der Versöhnung, der Vergebung und des Friedens in der Welt zu sein, zum Kommen des Reiches Christi beizutragen.

„Seit frühester Zeit sind die Christen zu den Stätten gepilgert, die in Verbindung mit der Geschichte des auserwählten Volkes, mit den Ereignissen des Lebens Christi und mit den Anfängen der Kirche in Verbindung stehen", so der Papst. Absicht seiner Reise sei es, diese Tradition fortzusetzen und im Gebet und in der Betrachtung jene Stätten zu sehen, zu berühren und auszukosten, die durch die körperliche Gegenwart Jesu Christi, seiner Mutter, der Apostel und der ersten Jünger, die ihn nach seiner Auferstehung von den Toten gesehen hätten, gesegnet worden seien.

„Hier auf den Spuren der unzähligen Pilger, die uns in allen Jahrhunderten vorausgegangen sind, sind wir herausgefordert, das Geschenk unseres Glaubens in größerer Fülle schätzen zu lernen und in jener Gemeinschaft zu wachsen, die alle Grenzen der Sprache, der Rasse und der Kultur überwindet."

Abschließend brachte der Heilige Vater die Hoffnung zum Ausdruck, dass seine Begegnung mit den Juden eine neue Liebe zum Kanon der Heiligen Schrift zur Folge haben werde sowie das Verlangen, „alle Hindernisse auf dem Weg der Versöhnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit im Dienst des Friedens, zu dem uns das Wort Gottes ruft, zu überwinden".