Christenverfolgung in Syrien

Maalula - ein Ort der Verwüstung, drei getötete junge Christen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 559 klicks

Der Ort Maalula, 60 Kilometer im Norden von Damaskus, wurde in den vergangenen Tagen mehrmals von islamistischen Rebellen heimgesucht. Körper von getöteten Christen an den Straßenrändern, geplünderte und zerstörte Wohnhäuser und Kirchen prägen das Bild des kleinen Ortes. Maalula ist die Wiege der christlich-syrischen Tradition und der einzige Ort auf der Welt, wo noch aramäisch gesprochen wird.

Der Ort gleicht nun mehr einer Geisterstadt, wie Quellen der Nachrichtenagentur „AsiaNews“ berichten. Islamistische Rebellen würden in die Wohnhäuser des Ortes mit Gewalt eindringen. Am Sonntag seien drei Personen ums Leben gekommen und sechs der griechisch-katholischen Kirche zugehörige junge Christen gefangen genommen worden. Die leblosen Körper der drei jungen Männer seien als Warnung an die übrige Bevölkerung auf der Straße liegen gelassen worden. Viele Familien seien in ihren Häusern eingeschlossen und können nicht fliehen; niemand wisse, in welchem Zustand sie sich befinden.

Die Situation sei aber auch für diejenigen kritisch, denen es gelungen sei, den Ort zu verlassen. Es handle sich um mehrere hundert Personen, so die Quellen von „AsiaNews“, denen es gelungen sei, zu fliehen, jedoch hätten sie ihre gesamten Besitztümer zurücklassen müssen. Für sie beginne ein neuer Leidensweg. Die Gemeinden der Hauptstadt hätten den Familien Unterschlupf gegeben, jedoch reichten die Lebensmittel nicht mehr lange. Die Menschen seien traumatisiert, sie hätten ihr Leben in Maalula hinter sich gelassen. Sie bräuchten nicht nur Dinge wie Lebensmittel, Wasser und ein Bett, sondern auch spirituelle Unterstützung, besonders die Älteren, Frauen und Kinder.

Die Rebellen der „Free Syrian Army“ (FSA) drangen am vergangenen 5. September in den Ort ein. Sie besiegten die Truppen des Regimes mit Hilfe der Unterstützung der Brigaden al-Nousra, die mit al-Qaeda in Verbindung stehen. Nachdem sie die Gewalt über den Ort erlangt hatten, begannen sie die christlichen Gebäude zu schänden, indem sie unter anderem die Kreuze der Kuppel des griechisch-katholischen Klosters der heiligen Sergius und Bacchus zerstörten. Ein Augenzeuge teilte AsiaNews mit, der Scheich des Ortes, Führer der muslimischen Gemeinschaft vor Ort, habe die Angriffe verurteilt. Er habe gesagt, das was geschehe, sei gegen den Islam; Gewalt könne weder im Namen Allahs noch im Namen Mohammeds gerechtfertigt werden.