Christenverfolgung in Zentralafrika

Missionsstationen und Kirchen werden von Milizen geplündert, zerstört oder gebrandschatzt

Wien, (KIN Ös) | 577 klicks

Nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit vollzieht sich in der Zentralafrikanischen Republik ein neues Drama der Christenverfolgung. Wie das katholische Hilfswerk Kirche in Not aus kirchlichen Kreisen in Zentralafrika erfährt, werden die Missionsstationen und Kirchen von Milizen, die der neuen Regierung nahestehen, geplündert, zerstört oder sogar gebrandschatzt. Widerstand wird erbarmungslos niedergemacht. Mehrere Christen wurden getötet oder verwundet. Alle der neun Diözesen sind betroffen, besonders schwer sieben von ihnen. Die Diözesen Alindao und Bangassou haben, so heißt es, „alles verloren“. Sie könnten selbst den Notleidenden nicht mehr helfen. Die Bischöfe sind besonders gefährdet, weigern sich aber, ihre Gläubigen zu verlassen. Viele Christen sind aufs Land geflohen und trauen sich nicht mehr, in ihre Häuser zurückzukehren aus Angst, auf Rebellen zu stoßen. Die Milizen gehören zu der muslimischen Bewegung Seleka, kommen aus dem Norden und sind gut bewaffnet.

„Kirche in Not hatte der Diözese Kanga Bandoro schon im Januar auf sicheren Wegen und Kanälen eine Nothilfe zukommen lassen. Angesichts der extremen Notsituation wird die Hilfe jetzt aufgestockt. Vier weiteren Diözesen wird eine sofortige Nothilfe von insgesamt 160.000 Euro zur Verfügung gestellt. An einen Wiederaufbau der Kirchen und Häuser oder auch an die Beschaffung neuer Fahrzeuge als Ersatz für die von den Rebellen geraubten ist nicht zu denken. Es geht jetzt schlicht um das Überleben.“