Christianophobie: Neue Webseite informiert über die Diskriminierung von Christen

Eine Inititiave von „Europa für Christus“

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WIEN, 17. Januar 2007 (ZENIT.org).- Die in Wien angesiedelte christliche Netzwerk-Initiative Europa für Christus hat vor kurzem die Webseite www.christianophobia.eu gestartet. Es werden dort Fälle von Diskriminierungen in Europa geschildert, der Begriff „Christianophobie“ erklärt und entsprechende Zitate und Anregungen zur Verfügung gestellt.



„Christianophobie bedeutet irrationale Furcht vor oder Hass gegenüber Christen oder dem Christentum im Allgemeinen“, so Dr. Gudrun Kugler, Juristin und Initiatorin der Webseite. Kugler fügt hinzu: „Der Begriff beinhaltet auch anti-christliche Voreingenommenheit und manifestiert sich in der schrittweisen Marginalisierung von Menschen mit christlichen Überzeugungen.“

Die aufgelisteten Fälle beinhalten zum Beispiel die Verspottung oder Verhöhnung des christlichen Glaubens, die Entfernung christlicher Symbole oder das Verbot, diese selbst zu tragen, wie auch Attacken auf den Glauben in Film und Fernsehen. Die Verfolgung jener „politisch inkorrekten“ Positionen, die wesentlich zum christlichen Glauben gehören - so zum Beispiel die Ablehnung der Abtreibung oder der „Homosexuellen-Ehe“ - ist massiv: Dokumentierte Fälle reichen von Entlassungen bis hin zur Verhängung von Strafen. In einigen Fällen wurden Personen sogar zu Gefängnishaft verurteilt. Der französische Parlamentarier Christian Vanneste wurde wegen kritischer Äußerungen zur Homosexualität zu rund 10.000 Euro Strafzahlung verurteilt.

Der Begriff „Christianophobie“ hat bereits Eingang in diverse Dokumente der UNO und OSZE gefunden. Auch der Vatikan unterstützt die offizielle Anerkennung dieses Phänomens, so zum Beispiel der vatikanische Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, Erzbischof Dominique Mamberti.

Joseph Weiler, der bekannte jüdische Autor und Professor für Völkerrecht an der New York University, meint dazu: „Der europäische Laizismus ist, im Gegensatz zum amerikanischen Säkularismus, nicht einfach nur ein ‚Ich glaube nicht an Gott’, sondern eine Art Glaube für sich. Es handelt sich um eine aktive Feindseligkeit gegenüber der Religion, im Fall Europas gegenüber dem Christentum.“

Der russisch-orthodoxe Bischof Alfeyev Hilarion, Repräsentant des Moskauer Patriarchats für die europäischen Organisationen, beschuldigt die Europäische Union, anti-christliche Diskriminierung in EU-Mitgliedsländern zu ignorieren: „Im Beharren auf Toleranz verurteilen EU-Spitzen Islamophobie und Antisemitismus, ignorieren aber allzu oft verschiedenste anti-christliche Praktiken.“ Bischof Hilarion nennt als eine dieser Praktiken die verschiedene Anstrengungen, die Kirche aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.

Initiatorin Dr. Gudrun Kugler: „Die Feindseligkeit in Europa wächst. Wir veröffentlichen einzelne Fälle, um darauf aufmerksam zu machen. Dabei geht es nicht um Selbstmitleid sondern darum, Lösungen zu suchen, die auch die politische Ebene betreffen.“

Kugler nennt als eine Gegenstrategie die Stärkung des Selbstvertrauens der europäischen Christen: „Viel von dem, für das Europa berühmt ist, stammt aus dem Christentum. Zur Humanisierung Europas hat es viel beigetragen - und hat immer noch viel anzubieten. Es liegt an uns Christen, mit Selbstbewusstsein am öffentlichen Leben teilzunehmen. Dadurch werden christianophobe Tendenzen abgeschwächt.“

Die Initiative „Europa für Christus“ unterstützt christliches Engagement durch Kurztexte, die einerseits Hintergrundinformationen liefern und andererseits beschreiben, wie man erfolgreich zum öffentlichen Diskurs beitragen kann. Außerdem handelt es sich um ein Gebetsnetzwerk: Viele tausend Menschen beten täglich ein Vaterunser für ein christliches Europa.