Christlich-muslimische Europa-Konferenz tagt in Brüssel

Beitrag zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008

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BRÜSSEL, 15. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Wie können Menschen mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Traditionen in den Gesellschaften Europas friedvoll zusammenleben? Diese Fragestellung wird auf der kommenden christlich-muslimischen Europa-Konferenz behandelt, die vom 20. bis 23. Oktober 2008 in Brüssel/Malines stattfinden wird.

Was bedeutet es, Bürger Europas zu sein und gläubig zu sein? Die Konferenz, die vom Ausschuss für die Beziehungen zu den Muslimen in Europa (CRME), dem Zusammenschluss der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Katholischen Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) getragen wird, will auf die Frage eingehen, wie Christen und Muslime in den Gesellschaften Europas aktive Partner sein können, wie die beiden Religionen Spannungen und Konflikte aus der Vergangenheit  und der Gegenwart überwinden können und schließlich eine solide Basis für gegenseitiges Vertrauen und eine Zusammenarbeit geschaffen werden kann. (Vgl. Zenit vom 22. April 2008)

Die Konferenz leistet außerdem einen wesentlichen Beitrag zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008, das von der Kommission der Europäischen Union lanciert wurde und vom Europäischen Parlament in Strassburg und Brüssel tatkräftig unterstützt wird. Beide europäischen Institutionen rufen Politiker, Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft dazu auf, aktiv zu diesem Ereignis beizutragen. Gleichzeitig gibt es eine Anbindung an das „White Paper on intercultural dialogue“ des Europäischen Rates.

Sind Religionen in den modernen Gesellschaften „Unruhestifter“ oder Fürsprecher und Partner in einem politischen Prozess hin zu einer friedvolleren, gerechteren und auf Mitbestimmung ausgerichteten Welt? Diese Überzeugungen wurden schon einmal im Rahmen einer christlich-muslimischen Europa-Konferenz formuliert: Das damalige CCEE-KEK-Komitee Islam in Europa veranstaltete die Konferenz gemeinsam mit muslimischen Partnern, die damals ausgerechnet am 11. September 2001 stattfand.

 Der jetzige Ausschuss für die Beziehungen zu den Muslimen in Europa (CRME), der vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) gebildet wurde, möchte die Zusammenarbeit mit muslimischen Gemeinden, Organisationen und Partnern in Europa weiter ausbauen.

Aus Überzeugung, so hieß es aus Genf, wolle man „als Christen und Muslime zur Entwicklung einer dynamischen europäischen Identität beitragen, indem wir religiöse Haltungen und Überzeugungen fördern, die auf der gegenseitigen Toleranz von Überzeugungen und auf der Akzeptanz religiöser Vielfalt gründen“.

Verbindet sei der Einsatz von Christen und Muslimen „zum Wohl der Menschenwürde und der Erhaltung der Schöpfung, des Friedens und der Gerechtigkeit“. „Als Christen und Muslime streben wir ein friedvolles Zusammenleben an, das jegliche Form religiös motivierter Gewalt ablehnt“, hieß es im Vorfeld der Veranstaltung.

Das CRME ist ein ökumenischer Ausschuss, der im Jahre 1986 von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gebildet wurde. Das Ziel des Komitees ist es, die Kirchen in Europa in der Begegnung mit dem Islam zu unterstützen und die Beziehungen mit Muslimen zu verstärken.