Christliche Gemeinschaft in Pakistan fühlt sich bedroht

Dominikaner fordern weltweite Solidarität zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Land

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ROM, 14. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Ordensleitung der Dominikanischen Familie ermutigte zu Beginn der Adventszeit ihre Ordensmitglieder, sich mit allen, die in Pakistan leiden, solidarisch zu erklären.

Das Land befindet sich seit der Ausrufung des Ausnahmezustands durch Präsident Pervez Musharraf Anfang November in einer innenpolitischen Krise. In einer gemeinsamen Erklärung des Generaloberen der Dominikaner, P. Carlos Azpiroz Costa, und der Dominikanerschwester María Fabiola Velásquez Maya, der Internationalen Koordinatorin, fordert die Ordenspitze alle Dominikaner, die in Ländern arbeiten, deren Regierungen Pakistan beeinflussen könnten, dazu auf, sich für die Leidtragenden in dieser Nation einzusetzen.

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung dieser Erklärung hatte Präsident Musharraf versprochen, den Ausnahmezustand am 15. Dezember aufzuheben. Heute wurde bekannt, dass er bis zu diesem Termin Änderungen an der Verfassung vornehmen lassen will, um sicherzustellen, dass seine Präsidentschaft nicht für rechtswidrig erklärt werden kann.

„Die Krise in Pakistan existiert, weil der Präsident von Pakistan, General Pervez Musharraf, am 3. November den Ausnahmezustand ausgerufen hat“, heißt es im Aufruf der Dominikaner.

„Als Folge, wurde die Verfassung von Pakistan ausgesetzt, die Bürger Pakistans ihrer grundlegenden Menschenrechte beraubt und Dutzende von Höchstrichter und Obersten Richtern stehen unter Hausarrest. Die Menschen haben keinen Zugang mehr zu unabhängigen lokalen Fernsehsendern oder internationalen Nachrichtensendern“, informierte die Ordensleitung.

„Hunderte von Journalisten, Rechtsanwälte und die bedeutendsten politischen Führer stehen entweder unter Hausarrest oder sie sitzen im Gefängnis. Die christliche Gemeinschaft fühlt sich sehr unsicher und bedroht. Die Bischöfe und die großen religiösen Hirten in Pakistan sind äußerst beunruhigt über die Verschlechterung der Lage im Land.“

Die Dominikaner forderten die pakistanische Regierung auf, „allen Menschen wieder volle Bürgerrechte zu garantieren sowie alle politischen Führer, Journalisten, Juristen aus den Gefängnissen zu entlassen, genauso wie alle Richter und ihre Familien, die sich unter Hausarrest befinden“.

Direkt an Musharraf gewandt, fügten sie hinzu: „Geben Sie den Menschen in Pakistan freien Zugang zu den nationalen und internationalen Medien.“

Schließlich luden sie alle Mitglieder der weltweit verstreuten Ordensfamilie ein, für die Wiederherstellung der Demokratie in Pakistan zu beten. Unter Berufung auf die Tränen, die einst der heilige Dominikus für das Werk der Gerechtigkeit vergossen hat, und den mutigen Einsatz der heiligen Katharina, die mit ihren streitbaren Briefen an das Gewissen der religiösen und politischen Führer ihrer Zeit appelliert hat, ermutigten sie die Ordensmitglieder, es ihnen mutig gleichzutun und auf internationaler Ebene Kräfte für dieses Land zu mobilisieren.