Christliche Initiation im Kontext der Neuevangelisierung

XII. Europäischer Kongress für die Katechese vom 7. bis 10. Mai 2012 in Rom zu Ende gegangen

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ROM, 14. Mai 2012 (ZENIT.org). - Der XII. Europäische Kongress über die Katechese ist  in Rom zu Ende gegangen. Bei der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Tagung waren rund 60 Teilnehmer anwesend, darunter Bischöfe, Experten und Nationaldirektoren der nationalen Ämter und Einrichtungen, die in den Bischofskonferenzen Europas für die Katechese verantwortlich sind. Die Vorbereitung auf das Zusammentreffen war von der CCEE-Kommission „Katechese, Schule und Universitäten“ unter der Leitung von Msgr. Vincent Nichols, Erzbischof von Westminster und Vorsitzender der Bischofskonferenz von England und Wales, koordiniert worden.

Der Kongress und sein Thema (Christliche Initiation im Kontext der Neuevangelisierung mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kinder und junge Menschen im Alter von 7 bis 16) fügen sich in eine Gesamtreflexion zur Neuevangelisierung ein, die die Kirche anlässlich des 20. Jahrestages der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche, des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils und im Hinblick auf das Jahr des Glaubens vornimmt.

Der Kongress vereinte europäische Führungskräfte (von Russland bis Irland), die in ihren jeweiligen Ländern mit der Koordinierung der Katechese betraut sind. Während dieser vier Tage wurden laufende Erfahrungen miteinander verglichen, Informationen ausgetauscht sowie Projekte und gemeinsame Probleme besprochen. Die christliche Initiation ist eng  verbunden mit der Neuevangelisierung junger Menschen, von Eltern und der gesamten Gemeinschaft. Katechese sollte daher nicht als Randerscheinung, sondern als integraler Bestandteil der Neuevangelisierung betrachtet werden. Dem entspringt die Notwendigkeit, die Neuevangelisierung an die Glaubenstradition anzuknüpfen (traditio fidei), und sie als Übermittlerin des Inhalts und der persönlichen und gemeinsamen Erfahrung des Glaubens zu begreifen.

Katecheten sind lebendige Menschen. Sie wissen um die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Situation, die durch zahlreiche Bruchstellen mit der Vergangenheit und der Säkularisierung gekennzeichnet ist; sie sind jedoch zugleich begeisterte und leidenschaftliche Verkündiger des Evangeliums.

Aus Umfragen und aus den Überlegungen des Kongresses ging jeweils eindeutig hervor, dass die christliche Initiation durchaus eine persönliche Erfahrung ist, die jedoch außerhalb der Gemeinschaft nicht in ihrer ganzen Fülle gelebt werden kann. Die Gemeinschaft sei der wahre Katechet.

Die Katechese richtet sich nicht nur an Kinder; sie ist eine Erfahrung, die allen zuteilwerden soll. Katecheten und „Katechisieren“ sind zugleich Protagonisten und Objekte der Katechese. Daher ist eine Katechese ohne Umsorgen der Katecheten, ihrer Familien und der Gemeinschaft im Allgemeinen nicht vorstellbar. Die Kongressteilnehmer erinnerten in diesem Zusammenhang daran, dass die Glaubensvermittlung nur dann gelingen könne, wenn die betreffende Person selbst seinen/ihren Glauben auch lebt.

Bei der Katechese handelt es sich nicht nur um die Vermittlung von Begriffen; es geht auch um die Erfahrung der Begegnung mit der christlichen Kunst, der Frucht eines gelebten Glaubens, die es vermag, die Schönheit Gottes für uns aufleuchten zu lassen.

Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen: Katechese ist nicht nur Belehrung, sondern vor allem eine Gotteserfahrung. Es soll berücksichtigt werden, dass auch Kinder eine Offenheit gegenüber Transzendenz mitbringen und für den Aufbau einer Freundschaft mit Christus unsere Hilfe brauchen.

Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmer die Kirche San Clemente al Laterano und die Basilika Santa Maria Maggiore besucht.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]