Christliche Pilger in Israel

Von Stefan Beig

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JERUSALEM, 14. Mai 2009 (ZENIT.org).- 38 Prozent aller nach Israel reisenden Touristen waren im Jahr 2008 christliche Pilger. Für Israel sind ebenso wie für Palästina christliche Pilger von vitalem Interesse. Mehr als geschäftliche, familiäre oder kulturelle Gründe locken vor allem die Wirkstätten Jesu Christi die meisten Menschen in das Heilige Land (siehe Statistik unten). Wie wichtig der christliche Pilgerstrom für Israel ist, zeigte bereits das Millenniumsjahr 2000, in dem die Jubiläumspilgerreise von Papst Johannes Paul II. stattfand. Damals kamen 2,7 Millionen Reisende nach Israel - ein Rekord, der erst 2008 mit drei Millionen Touristen überboten werden konnte.



Insgesamt waren 35 Prozent aller Touristen im Jahr 2008 Katholiken (siehe zweite Statistik); sie stellen damit die größte Religionsgemeinschaft unter Israels Besuchern. Auffallend ist, dass vor allem die Zahl christlicher Pilger aus Europa seit dem Jahr 2000 um 54 Prozent gestiegen ist. Insgesamt kamen zuletzt 40 Prozent aller christlichen Pilger aus Europa, 30 Prozent aus den USA.

Zurückzuführen ist dieses Wachstum vor allem auf einen verstärkten Pilgerzustrom aus Osteuropa. Während die Zahl an Pilgern aus Italien, England und Deutschland seit 2000 gesunken ist, erlebte der Pilgerzustrom aus einigen osteuropäischen Ländern einen massiven Anstieg: Kamen im Jahr 2000 noch 40.000 christliche Pilger aus Polen nach Israel, so waren es 2008 mit 146.486 schon dreieinhalb mal so viel. In der gleichen Zeitspanne wuchs die Zahl an Pilgern aus Russland von 34.102 auf unglaubliche 239.580.

Israel investiert bereits in den Pilgertourismus. Ein „Jesus Trail" (www.jesustrail.com) wurde gebaut, auf dem man zu Fuß den Spuren Jesu folgen kann. Zur Durchführung von Pilgertouren wurden in Israel mittlerweile etliche private Initiativen gestartet, die auch dem Frieden im Nahen Osten dienen: Die Stationen der Pilger liegen sowohl in Israel als auch in Palästina. Aus diesem Grund findet in diesem Bereich bereits eine enge Kooperation zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde statt. So werden die Pilger zu Brücken des Friedens.

Statistiken des israelischen Tourismusministeriums zum Jahr 2008:


Motivation für die Reise:


38 Prozent: Pilger
18 Prozent: Sight-Seeing
17 Prozent: Verwandte besuchen
12 Prozent: Geschäft
8 Prozent: Erholung
1 Prozent: Forschung

Religionszugehörigkeit:


35 Prozent: katholisch
25 Prozent: jüdisch
14 Prozent: evangelisch
14 Prozent: andere christliche Konfessionen
3 Prozent: evangelikal
6 Prozent: ohne religiöses Bekenntnis
1 Prozent: islamisch