Christsein ist kein Zufall

Die Worte von Papst Franziskus am heutigen Morgen in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 428 klicks

An der heutigen Messe nahmen neben einer Gruppe von Mitarbeitern des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, der Päpstlichen Akademie für das Leben und der Vatikanischen Sternwarte gemeinsam mit ihrem Direktor José Gabriel Funes, die Kardinäle Robert Sarah und Camillo Ruini, sowie Msgr. Ignacio Carrasco de Paula teil.

Papst Franziskus baute seine heutige Predigt auf der Lesung Gen 13,2.5 -18 auf, in der Abraham mit seinem Cousin Lot über die Aufteilung des Landes diskutiert. Wenn er diesen Text lese, sagte er, bitte er den Herrn immer um die Weisheit, nicht zu streiten, um des Friedens willen. Abraham gehe seinen Weg weiter, er wisse nicht wohin, vertraue aber dem Herrn. Er glaube an das Wort Gottes, der ihn dazu aufgefordert habe, sein Land zu verlassen. Dieser vermutlich neunzigjährige Mann schaue auf das Land, das ihm der Herr zugewiesen habe und glaube:

„Abraham verlässt sein Land mit einem Versprechen: Sein ganzer Weg geht auf dieses Versprechen zu. Und sein Weg ist auch ein Modell für unseren Weg. Gott ruft Abraham, eine Person, und aus dieser Person macht er ein ganzes Volk. Wenn wir uns das Buch Genesis anschauen, am Anfang, als Gott die Welt erschuf, sehen wir, dass Gott die Sterne erschafft, die Pflanzen, die Tiere… und er schafft den Menschen, einen. Gott spricht zu uns immer nur im Singular, denn er hat uns nach seinem Abbild geschaffen. Er hat zu Abraham gesprochen und ihm ein Versprechen gegeben und ihn aufgefordert, sein Land zu verlassen. Wir Christen werden einzeln angesprochen: Niemand von uns ist ein Christ aus Zufall! Niemand!“

Es sei ein Aufruf mit einem Namen, mit einem Versprechen, so der Pontifex. Gott fordere uns auf, weiter zu gehen, er sei mit uns, gehe an unserer Seite. Und dies habe auch Jesus gewusst, denn in schwierigsten Momenten wende er sich an den Vater:

„Gott begleitet uns, er ruft uns beim Namen, Gott verspricht uns eine Nachkommenschaft. Das macht ein bisschen die Sicherheit des Christen aus. Es handelt sich nicht um einen Zufall, es ist ein Aufruf! Ein Aufruf, der uns weitergehen lässt. Christ zu sein, ist ein Aufruf aus Liebe, aus Freundschaft; ein Aufruf, Gottes Sohn zu werden, Bruder von Jesus. Es gibt viele Probleme, viele Probleme; es gibt schwierige Momente: Jesus hat viele durchgemacht! Aber immer mit dieser Sicherheit: ‚ Der Herr hat mich gerufen. Der Herr ist wie ich. Der Herr hat mir etwas versprochen.‘ “

Der Herr sei treu, denn er könne sich nicht verleugnen. Er sei die Treue. Und wenn wir über den Text zu Abraham nachsinnen, in dem er als Vater der Völker erscheint, sollten wir auch daran denken, dass wir durch die Taufe vereint sind in unserem christlichen Leben.

„… Jemand mag sagen: ‚Herr, ich bin ein Sünder‘… Aber wir alle sind es. Das weiß man. Das Problem ist: Sünder und mit dem Herrn weitergehen, mit dem Versprechen, das er uns gemacht hat, weitergehen, mit dem Versprechen der Fruchtbarkeit, und den anderen zusagen: Der Herr ist mit uns, er hat unsauserwählt, und er lässt uns nie allein! Diese Sicherheit eines Christen tut uns gut. Möge der Herr uns die Freude geben, weiter zu gehen, die Freude Abrahams, inmitten von Problemen; weitergehen, mit der Sicherheit, dass er mich gerufen hat, dass er mir viele schöne Dinge versprochen hat und dass er mit mir ist!“