Christus erhellt den Horizont der Menschheit: Worte Benedikts XVI. zum Segen „Urbi et Orbi“

Um ihn zu erkennen, sind Glaube und Demut erforderlich

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ROM, 25. Dezember (ZENIT.org).- Das Licht von Weihnachten - das Licht Christi - „möge in unsere Herzen eintreten, unsere Häuser erhellen und erwärmen, Ruhe und Hoffnung in unsere Städte bringen, der Welt den Frieden geben“. Diesen Wunsch äußerte Benedikt XVI., als er heute Mittag von der Mittelloggia des Petersdoms aus die traditionelle Weihnachtsbotschaft verlas. Anschließend spendete er den Gläubigen auf dem Petersplatz und allen, die durch Fernsehen und Radio mit ihm verbunden waren, den Segen „Urbi et Orbi“, für die Stadt Rom und den Erdkreis.



„Dieses Weihnachten möge wirklich für alle ein Tag der Freude, der Hoffnung und des Friedens sein!“, betonte der Heilige Vater mit Blick auf die Krisenherde unserer Tage in Darfur, Somalia, der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea und Äthiopien; im Irak, im Libanon und im Heilige Land sowie in Afghanistan, Pakistan, Sri Lanka und auf dem Balkan. „Möge das Jesuskind denen Erleichterungen bringen, die sich in der Prüfung befinden, und möge es den Regierungsverantwortlichen Weisheit und Mut einflößen, um menschliche, gerechte und dauerhafte Lösungen zu suchen und zu finden.“

Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, antworte mit seiner Geburt auf den „Durst nach Sinn und Wert, den die Welt heute verspürt, auf die Suche nach Wohlergehen und Frieden, die das Leben der ganzen Menschheit kennzeichnet, auf die Erwartungen der Armen“. Christus komme, um jeden Menschen sein Licht zu bringen.

„Wer aber wacht in der Nacht des Zweifels und der Unsicherheit mit einem wachen und betenden Herzen? Wer erwartet die Morgenröte des neuen Tages mit der brennenden Flamme des Glaubens? Wer hat Zeit, um sein Wort zu hören und sich von der Anziehungskraft seiner Liebe umfangen zu lassen?“

Um das Licht Christi wahrzunehmen und es aufzunehmen, ist nach Worten Benedikts XVI. Glaube und Demut vonnötem: „die Demut Marias, die dem Wort des Herrn geglaubt hat und als erste, über die Krippe gebeugt, die Frucht ihres Leibes anbetete; die Demut Josefs, des gerechten Mannes, der Glaubensmut hatte und es vorzog, Gott mehr zu gehorchen als das eigene Ansehen zu wahren; die Demut der Hirten, der armen und namenslosen Hirten, die die Nachricht des himmlischen Boten aufnahmen und eilends zur Grotte gelangten, wo sie das neugeborene Kind fanden und es voll Staunen anbeteten und Gott priesen“.

Die wahren „Hauptfiguren von Weihnachten“ - jene, die empfänglich sind für den Frieden Christi - seien heute wie gestern die „Armen im Geiste“. „Sie sind immer die Hauptfiguren der Geschichte Gottes, die unermüdlichen Arbeiter seines Reiches der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“

Mit Christus erhelle „ein großes Licht den Horizont der Menschheit; mit ihm beginnt ein heiliger Tag, der keinen Untergang kennt.“'

Bevor Benedikt XVI. die Gläubigen segnete, verlas er die traditionellen Weihnachtsgrüße in 63 Sprachen – erstmals auch auf Guaraní, der Sprache indigener Volksstämme in Paraguay, im nordöstlichen Argentinien, Teilen von Bolivien, und im südwestlichen Brasilien. Auf Deutsch sagte er: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“ Der letzte Gruß des Papstes war auf Latein, der universalen Sprache der Kirche: „Hodie descendit lux magna super terram!“

Von Dominik Hartig