Christus freudig nachfolgen: Das "Berufungscafe" beim Weltfamilientreffen in Valencia (Spanien)

Interview mit Georgina Trias, Leiterin des Cafes "Vocation.com"

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VALENCIA, 6. Juli 2006 (ZENIT.org).- Eines der vorrangigen Ziele des V. Weltfamilientreffens besteht darin, den Jugendlichen die Schönheit der christlichen Berufung nahe zu bringen.



Diesem Ziel ist auch das Cafe Vocation.com verpflichtet, das Georgina Trias, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern, mit großer Begeisterung leitet. Gegenüber ZENIT erklärt sie, warum ein Cafe der geeignete Ort ist, um das Thema der Berufung anzusprechen.

ZENIT: Es ist eine ungewöhnliche Idee, die Frage der Berufung in einem Kaffeehaus zu thematisieren. Wie ist die Idee zu diesem "Berufungscafe" entstanden?

-- Trias: Das Cafe ist eine Stätte, wo sich Freunde treffen, um verschiedenste Themen zu besprechen. Darum sind das Kaffeehaus und das Thema der Berufung eine großartige Kombination. Die Idee dazu ist während der Vorbereitungen auf den Weltjugendtag in Toronto (Kanada) in den USA entstanden.

Einige Laien hatten den Wunsch verspürt, den Teilnehmen tagsüber die Gelegenheit zu geben, sich zu erholen, einander zu treffen, in den Genuss von Live-Musik zu kommen und kostenlos ihre Emails zu lesen, gleichzeitig aber auch in der Lage zu sein, das Sakrament der Beichte zu empfangen oder eine Weile der stillen Anbetung vor dem Allerheiligsten zu halten, um die Erfahrungen des Weltjugendtags zu verinnerlichen.

Diese zweifellos völlig neue Initiative kam sehr gut an und wurde deshalb auch beim Kölner Weltjugendtag im vergangenen Jahr wiederholt.

ZENIT: Welchen Eindruck hinterließ das Cafe in Köln?

-- Trias: Während der Tage, an denen das Berufungscafe geöffnet hatte, wurden mehr als 16.000 jugendliche Besucher gezählt. Sie alle hörten Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und engagierten Laien zu, die Zeugnis von ihrem Glauben ablegten. Und später kamen sie noch einmal vorbei, mit ihren Freunden.

Ehepaare und junge freiwillige Helfer, die die Schönheit der christlichen Berufung bekanntmachen wollen, waren für den Betrieb verantwortlich. Über 15 Priester standen praktisch andauernd zum Beichtehören zur Verfügung. Sie sprachen verschiedene Sprachen und konnten dadurch Pilger aus verschiedensten Ländern betreuen.

ZENIT: Lässt sich sagen, ob jemand seine Berufung entdecken konnte?

-- Trias: Auf unserer Homepage vocation.com sind während des Weltjugendtags und in den Wochen danach zahlreiche Dankgrüße eingegangen. Nicht wenige Menschen gaben an, dass sie sich dank des Cafebesuchs tatsächlich ernsthaft überlegten, ob sie Christus nicht berufen habe. Darüber hinaus hinterließen Bischöfe und Ordensleute im Kaffeehaus Informationsbroschüren über Seminare und Bildungshäuser, die die Interessenten kontaktieren konnten.

ZENIT: Warum gibt es das Berufungscafe auch hier in Valencia?

-- Trias: Der Papst erinnert uns immer wieder daran, dass die Familie bei der Weitergabe des Glaubens eine ganz zentrale Rolle spielt. Wir sind davon überzeugt, dass das, was er lehrt, stimmt: dass die christliche Familie jener Ort ist, wo die zukünftigen Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben entstehen.

Das ist der Grund, warum das Cafe auch in Valencia nicht fehlt. Gott sei Dank war es uns möglich, einen geeigneten Platz in nur 800 Meter Entfernung von jenem Gelände zu bekommen, wo die Veranstaltungen mit dem Heiligen Vater stattfinden werden. Unser Cafe ist vom 4. bis zum 8. Juli in der Avenida Baleares 2 geöffnet. Mehr als 80 Freiwillige helfen uns.

ZENIT: Wie haben die Bischöfe diese Initiative aufgenommen?

-- Trias: Das Berufungscafe will der Kirche dienen. Ich glaube, dass jene Bischöfe, die unsere Arbeit kennen, begeistert sind, denn das Cafe fördert alle Berufungen.

Die Tatsache, dass einige von ihnen bei uns ihre persönliche Berufungsgeschichte vorgetragen haben, ist für uns natürlich ein großer Ansporn.

Auch wenn sich nur ein einziger junger Mensch dazu entschließt, ins Priesterseminar zu gehen oder Missionar oder Ordensmann zu werden, hat sich unser Engagement schon gelohnt. Das Berufungscafe wird auch beim internationalen Weltjugendtag 2008 in Sydney (Australien) ein fixer Bestandteil des offiziellen Veranstaltungsprogramms sein.