Christus sendet euch dorthin, wo das Licht fehlt

Benedikt XVI. betet mit der Jugend von Taizé

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 906 klicks

In diesen Tagen (28. Dezember bis 2. Januar) findet in Rom das 35. Jugendtreffen der Communauté de Taizé statt. Es ist das vierte Mal, dass dieses Ereignis in der Hauptstadt der Christenheit abgehalten wird. Am Samstagabend empfing Papst Benedikt XVI. die jungen Pilger auf dem Petersplatz zu einer gemeinsamen Gebetszeit.

Der Heilige Vater erinnerte an den Geist der Veranstaltung, indem er die Anliegen Frère Rogers, des Gründers der Communauté de Taizé zitierte, der einen „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ in Gang setzen wollte. Der französische Ordensmann sei, so der Papst, ein „unermüdlicher Zeuge des Evangeliums des Friedens und der Versöhnung“ gewesen, „den das Feuer einer Ökumene der Heiligkeit beseelte“. Er habe aus allen Pilgern seiner Gemeinschaft „Suchende der Gemeinsamkeit“ machen wollen. Auch heute noch seien die Jugendlichen, die sich in diesen Tagen in Rom getroffen hätten, dazu berufen, „Überbringer dieser Botschaft der Einheit“ zu sein. Die katholische Kirche, betonte Benedikt XVI. weiter, werde “bei der Suche nach Wegen fortfahren, die zu einer sichtbaren Einheit aller Christen führen können.“

Die Antwort, die Petrus auf die Frage Jesu gab: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“, müsse jeder Gläubige aus „tiefer Freiheit“ heraus, und nicht etwa aus Angst oder Zwang geben. Nur so könne „euer Leben seinen tiefsten Sinn finden“, sagte der Papst den jungen Pilgern. „Einen festen Glauben besitzen und Gott und die Menschen lieben! Was kann es Schöneres und Erhebenderes geben?“, fragte der Papst weiter. „In diesen Tagen, die ihr in Rom verbringt“, fuhr Benedikt XVI. fort, „möge in euren Herzen dieses Ja zu Christus noch mehr wachsen, indem ihr auch die langen Momente des Schweigens nutzt, die in euren gemeinschaftlichen Gebeten eine so große Rolle spielen, gleich nach der Anhörung von Gottes Wort.“

Der Heilige Vater forderte auch alle Anwesenden auf, echte Zeugen Christi zu werden, auch wenn „das Böse und das Leiden der Unschuldigen“ Zweifel und Verwirrung hervorrufen und die „Zustimmung zu Christus“ erschweren könne. „Damit ihr in diesem Kampf nicht das Vertrauen verliert“, so der Papst weiter, „lässt Gott euch nie allein und auf euch selbst gestellt. Er schenkt uns allen die Freude und den Trost, der kirchlichen Gemeinschaft anzugehören. Diesen Zusammenhalt der Kirche erlebt ihr auch in diesen Tagen in Rom, dank der Gastfreundlichkeit vieler Pfarreien und Ordensgemeinschaften, die euch großzügig aufgenommen haben.“

Benedikt XVI. forderte die Jugendlichen auf, die Einheit der Kirche wiederzuentdecken. „Gott macht euch zu Mitverantwortlichen der Kirche in all ihren mannigfaltigen Berufungen. Diese Gemeinschaft ist der Leib Christi; er braucht euch und ihr findet in ihm den Raum für euer Leben.“ Ferner erklärte der Heilige Vater: „Beginnend bei dem, was jedem von euch eigen ist – bei euren Gaben – formt der Heilige Geist dieses Mysterium der Gemeinsamkeit, das wir Kirche nennen, und haucht ihm Leben ein, damit die Frohe Botschaft an die Welt von heute verkündet werden kann.“

Ebenso wichtig wie das stille Gebet sei auch der Gesang, den der Heilige Vater „eine Stütze und eine unvergleichlich hohe Ausdrucksform des Gebets“ nannte. Der Lobgesang auf Christus, den die mit der Communauté de Taizé verbundenen Jugendlichen in diesen Tagen zum Himmel erheben, erlaube einen Blick auf „das Mysterium der Hoffnung“.

Christus verschließe niemandem die Welt, betonte der Papst. Im Gegenteil, er sende seine Zeugen dorthin, „wo das Licht fehlt“; alle seine Jünger seien „berufen, wie kleine Lichter für die Menschen zu werden, die ihnen begegnen.“

Seine Ansprache beendete der Papst mit den Worten: „Mit eurem Einsatz für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der Erde und für eine neue Solidarität unter Menschen werdet ihr denen, die um euch sind helfen, zu verstehen, dass das Evangelium uns gleichzeitig zu Gott und zu unseren Mitmenschen hinführt. So werdet ihr durch euren Glauben dazu beitragen, auf der Erde das Vertrauen keimen zu lassen. Seid hoffnungsvoll. Gott segne euch und eure Familien und Freunde.“