„Christus so notwendig wie das Brot“

Eucharistischer Kongress in Ancona

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ANCONA, Donnerstag, 8. September 2011 (Zenit.org). – Bei einer feierlichen Eucharistiefeier im Dom der Stadt Ancona hat anlässlich des XXV. Nationalen Eucharistischen Kongresses (ZENIT berichtete) der Militärordinarius, Erzbischof Vincenzo Pelvi, in seiner Predigt auf die lebensspendende Kraft der Vereinigung mit Christus hingewiesen.

Er unterstrich, dass „Christus sich uns hingeben und unsere Lebenssubstanz und -kraft werden will. Nicht im symbolischen Sinn, sondern real: wahrer Leib, wahres Blut, wahre Speise und wahrer Trank“.

Sich von Jesus Christus zu ernähren, bedeutet, das eigene Leben mit dem seinen zu verbinden, so dass es zusammen mit dem seinen ein einziges Leben wird“.

Dem Militärordinarius zufolge „ist die Geste Jesu Christi, der sich an die Stelle des Brotes setzt in dessen Funktion, das Leben der Menschen zu ernähren, im Tiefsten eine Bitte: ein Aufruf, dass alle Menschen leben wie er und tun, was er getan hat.

Er hat seinen Leib gegeben, er hat seine Person gegeben, sich selbst für das Leben der Welt: Also will Jesus Christus, dass jeder Mensch dasselbe tut, das heißt, sich selbst für das Leben der Welt hingibt. Gott liebt nicht nur, sondern er ist die Liebe im Herzen jedes Menschen.

Wenn die leibliche Speise von unserem Organismus assimiliert werde und zu seiner Erhaltung beitragt, so handle es sich im Falle der Eucharistie „um ein anderes Brot“. Er fuhr fort: „Nicht wir assimilieren ihn, sondern er assimiliert uns in sich hinein, so dass wir Jesus gleichförmig werden. So öffnet uns die Eucharistie, während sie uns mit Jesus vereinigt, auch für die anderen; sie macht uns miteinander zu Gliedern: Wir sind nicht mehr getrennt, sondern eins in ihm“.

Der Eucharistische Kongress

Der Würdenträger wandte sich dann an die Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses und merkte an, dass „dieser weder ein ideologisches noch ein ökonomisches Interesse, sondern nur das Ziel hat, Jesus zu sagen: Wohin sollen wir gehen, wenn nicht dorthin, wo du bist, indem wir mit dir zum Dienst für das Gemeinwohl, für das Vaterland und für die Menschheitsfamilie verpflichten“.

„Wir befinden uns hier, weil Christus uns erwählt hat und wir geantwortet haben, angezogen vom Geheimnis eines Lebens, das uns hilft, niemals im Leben zu verzweifeln“..

„Wer Christus in der heiligen Hostie erkennt, erkennt ihn im Bruder, der leidet, der Hunger und Durst hat, der ein Fremder ist, nackt, krank, im Gefängnis. Er ist jeder Person gegenüber aufmerksam; er müht sich in konkreter Weise für all diejenigen, die Not leiden“, erklärte der Militärordinarius.

„Aus dem Geschenk der Liebe Christi erwächst deshalb unsere besondere Verantwortung als Christen beim Aufbau einer solidarischen, gerechten und brüderlichen Gesellschaft“..

„Wie das Brot, so ist Christus notwendig. Wie ein Freund, der leise nahe kommt, unverdrossen wartet, in der Bereitschaft alle aufzunehmen, so ist die Eucharistie die Einladung zum süßesten Tisch der Vereinigung, des Schmerzes und der Liebe. Sie ruft den, der am meisten leidet und sich abmüht, der arm ist und weint, der allein und ohne Hilfe ist, der klein und unschuldig ist. Ihre Stimme erreicht die Nahen und die Fernen, die Träumer, die Reumütigen und die Gläubigen“..

„Die Eucharistie will uns von jeder Niedergeschlagenheit und Verzagtheit befreien; sie will uns aufstehen lassen, damit wir den Weg wieder aufnehmen können mit der Kraft, die Gott uns durch Jesus Christus gibt“..

„Wie oft hat uns das Gefühl der Sinnlosigkeit und Mutlosigkeit sagen lassen: Es ist alles sinnlos!“, rief Msgr. Pelvi aus. „In der Krise drängt sich die Versuchung auf, die eigene Vergangenheit auszulöschen“. In dieser Situation jedoch greife Gott ein:

„In der Eucharistie kommt deshalb der Himmel auf die Erde; das Morgen Gottes bricht in die Gegenwart ein und die Zeit wird von der göttlichen Ewigkeit gleichsam umarmt“.

Der Militärordinarius sprach abschließend ein Gebet: „Herr, der du dich in der Eucharistie umgewandelt hast, um auch mich umzuwandeln, lehre mich, auszusäen ohne zu ernten, zu trösten ohne Angst zu haben, zu geben ohne zu zählen, allein deinem Willen zu folgen. Und du, Maria, du eucharistische Frau, hilf mir, gläubig zu rufen: Zu wem sollen wir gehen, Jesus, du hast Worte des Lebens“.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]

Eucharistische Kongresse gibt es seit 1881, gehen u.a. zurück auf den Hl. Peter-Julian Eymard,„den Apostel der Eucharistie".

Der nächste internationale Eucharistische Kongress wird vom 10.-17. Juni 2012 in Dublin stattfinden. Das 50. Treffen wird wie immer ein Großereignis sein.

Das internationale Treffen hat folgende Ziele:

Die zentrale Bedeutung der Eucharistie in Leben und Sendung der katholischen Kirche bewusst zu machen, unser Verständnis davon und unsere Weise des Feierns der Liturgie zu verbessern und ein Augenmerk auf die soziale Dimension der Eucharistie zu legen. Der Kongress findet normalerweise alle vier Jahre statt. Die tägliche Feier der Eucharistie ist sein Herzstück. Darüber hinaus wird das einwöchige Programm des Kongresses in Dublin weitere liturgische und kulturelle Veranstaltungen, Katechesen und Zeugnisse sowie verschiedene Workshops beinhalten.

Der letzte internationale Kongress wurde 2008 in Quebec abgehalten.