Clara Fey (1815-1894)

Ordensgründerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 394 klicks

Clara Fey wurde am 11. April 1815 in Aachen geboren. Ihre Familie war sehr religiös und erzog ihre Kinder zum christlichen Glauben. Nicht nur Clara fühlte sich zum religiösen Leben berufen, auch zwei ihrer Geschwister weihten ihr Leben Gott.

Clara, die aus einer Fabrikantenfamilie stammte, setzte sich schon früh für sozial schwächere Menschen ein. Im sogenannten „Aachener Caritaskreis“ hatten sich Männer und Frauen zusammengefunden, die sich um Arme und Hilfebedürftige kümmerten. Während der Choleraepidemie im Jahr 1832 versorgten die Frauen die Kranken mit Almosen und gründeten Krankenvereine in sozialen Brennpunkten.

Clara Fey engagierte sich vor allem im Bereich der Erziehung, der bis heute das Hauptbetätigungsfeld des von ihr gegründeten Ordens ist. Viele Kinder lebten damals verwahrlost unter schrecklichen Bedingungen und erhielten keinerlei Schulbildung. Deshalb gründete am 3. Februar 1837 der Freundeskreis um Clara Fey eine Schule für diese Kinder. Die Stadt Aachen war hocherfreut über das Privatengagement und stellte 1840 Clara Fey und ihren Gefährtinnen das Gebäude des ehemaligen Dominikanerkloster zur Verfügung. 1843 zog die Gemeinschaft zusammen mit den Kindern in ein Haus in der Königstraße, dem Clara Fey als Leiterin vorstand. Die staatliche Anerkennung der Gemeinschaft erfolgte am 17.5.1847 und die kirchliche Bestätigung am 28.1.1848. Die Gemeinschaft um Clara Fey verpflichtete sich der Regel des heiligen Augustinus und nannte sich die „Schwestern vom armen Kinde Jesus“. Die Namensgebung geht auf einen Traum Clara Feys zurück, den sie im Alter von 11 Jahren hatte und in dem ihr das Jesuskind erschienen war.

Zum Namen des Ordens und zu seinen Aufgaben erklärte Clara Fey: „Unser Beruf liegt ausgesprochen in dem Namen, den wir tragen: Schwestern vom armen Kinde Jesus. Es heißt nicht Schwestern der armen Kinder, sondern Schwestern vom armen Kinde Jesus, woraus wir deutlich die Aufgabe erkennen. Das beschauliche mit dem tätigen Leben zu vereinigen... Wir sollen in Gebet und durch fortgesetzte innere Sammlung, durch beständigen, treuen inneren Umgang mit Gott, unseren Herrn immer inniger, immer glühender lieben lernen und dann aus Liebe zu ihm und gedrängt von dieser Liebe, uns der armen, verlassenen Kinder annehmen, in welchen er von uns aufgenommen, gepflegt und geliebt sein will!“

Ab dem 28. Juli 1850 bis zu ihrem Tod stand Clara Fey der Kongregation als Generaloberin vor. Neben der Kindererziehung bildete auch das kontemplative Leben einen wichtigen Schwerpunkt im Ordensleben der „Schwestern vom armen Kinde Jesus“.

Der Orden wuchs stetig, und bis zum Jahr 1872 existierten 27 weitere Niederlassungen. Der Beginn des preußischen Kulturkampfes 1872 bedeutete jedoch für das Werk Clara Feys einen herben Rückschlag, da Geistlichen das Recht versagt wurde, in Grundschulen zu unterrichten und die in der Erziehung tätigen Gemeinschaften ausgewiesen wurden. Deshalb zog die Kongregation 1878 nach Simpelveld in den Niederlanden. Clara Fey starb dort im Mutterhaus der Kongregation am 8. Mai 1894 und wurde auf dem Schwesternfriedhof bestattet. Der Seligsprechungsprozess wurde 1951 eingeleitet. 1991 erkannte Johannes Paul II. Clara Fey den heroischen Tugendgrad zu.

Heute erstreckt sich die Kongregation über drei Kontinente und engagiert sich in den Bereichen „Schulische und außerschulische Blidungsangebote, Kinder- und Jugendpastoral“, „Sozialarbeit und Pastoral“ und „Geistliche Begleitung“.