COMECE : „Am Haus Europa weiterbauen“

Erklärung der europäischen Bischöfe zur Europawahl

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BRÜSSEL, 31. März 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die gemeinsame Erklärung der Kommission der Bischofskonferenzen im EU-Raum (COMECE) zur kommenden Europawahl vom 4. bis 7. Juni 2009.

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Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft

 

Am Haus Europa weiterbauen

Erklärung der Bischöfe der COMECE

zu den Europawahlen vom 4. – 7. Juni 2009

1. Europawahlen: eine Gelegenheit, ein besseres Europa zu bauen

Nach 64 Jahren friedlicher Entwicklung und 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der die Teilung des Kontinents beendet hat, verdient der Fortgang der europäischen Integration Wertschätzung, trotz mancher Schwierigkeiten. Deshalb unterstützen und fordern wir, die Bischöfe der ComECE, Europa als ein Projekt der Hoffnung für alle seine Bürger. Auch in dieser unbeständigen Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Europäische Union als ein verlässliches Zuhause erwiesen, das danach strebt, Stabilität und Solidarität unter seinen Mitgliedern zu gewährleisten. Heute, im Jahr 2009, hat die Europäische Union die Fähigkeit und die Mittel, auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu antworten. Durch ihre Teilnahme an den Wahlen zum Europäischen Parlament haben alle Bürger die Chance, zur Entwicklung und Verbesserung der Europäischen Union beizutragen.

2. Die Teilnahme an den Wahlen: ein Recht und eine Verpflichtung

Die katholische Kirche hat das Projekt der europäischen Integration von Anfang an unterstützt und befürwortet es weiterhin. Jeder Christ hat nicht nur das Recht, sondern auch die Verpflichtung, sich durch die Teilnahme an der Wahl aktiv an diesem Projekt zu beteiligen. Die Teilnahme der Christen ist erforderlich, um die "Seele Europas" wiederzuentdecken, den Grundbedürfnissen der menschlichen Person gerecht zu werden und dem Allgemeinwohl zu dienen. Das Europäische Parlament muss zu diesen Bestrebungen und Zielen durch seine Befugnisse und Kompetenzen beitragen, die durch die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages weiter ausgebaut werden.

3. Was Christen vom Europäischen Parlament erwarten:

Die Grundprinzipien jeder Gesellschaft sind die Würde des Menschen und die Förderung des Gemeinwohls. Diese Prinzipien müssen daher im Mittelpunkt jedweder EU-Politik stehen. Im Hinblick auf die bedeutende Rolle des Europäischen Parlaments erwarten wir von den Europaparlamentariern, aktiv beizutragen,

- menschliches Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod als integralen Bestandteil der europäischen Gesetzgebung, der Programme und der Politik zu respektieren;

- die Familie zu unterstützen, gegründet auf der Ehe zwischen Mann und Frau als Keimzelle der Gesellschaft;

- die sozialen Rechte der Arbeitnehmer zu fördern und ihnen Arbeitsbedingungen zu bieten, welche ihre Gesundheit, Sicherheit und Würde respektieren;

- eine auf ethischen Werten gegründete Organisation der Wirtschaft zu unterstützen, um eine nachhaltige menschliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union und auf globaler Ebene zu gewährleisten;

- Gerechtigkeit in den Beziehungen Europas zu Entwicklungsländern durch finanzielle Unterstützung und innovative Partnerschaften zu fördern;

- Solidarität mit den Schwächsten und Ärmsten unserer Gesellschaft (insbesondere Menschen mit Behinderungen, Asylsuchenden und Migranten) zu beweisen;

- die Schöpfung zu bewahren durch den Kampf gegen den Klimawandel und die Ermutigung zu einem genügsamen Lebensstil;

- den Frieden in der Welt durch eine koordinierte und kohärente EU-Außenpolitik zu fördern.

Durch das Evangelium Jesu Christi erleuchtet und geführt, sind Christen in der Lage und gewillt, bei der Erfüllung dieser Ziele mitzuhelfen. Sie sind eingedenk der Aussage von Papst Johannes Paul II.: "(...) Christliche Offenbarung [kann] den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenschluss in eine Form des Zusammenlebens verwandeln (...), in der sich alle Europäer zuhause fühlen" ("Ecclesia in Europa", 121).

- Adrianus van Luyn, SDB Präsident, Bischof von Rotterdam (Niederlande)

- Piotr Jarecki Vize Präsident, Weihbischof von Warschau (Polen)

- Reinhard Marx Vize- Präsident, Erzbischof von München und Freising(Deutschland)

- Gianni Ambrosio Bischof von Piacenza-Bobbio (Italien)

- Virgil Bercea Bischof von Oradea Mare/Gran Varadino (Rumänien)

- Ferenc Cserháti Weihbischof von Esztergom-Budapest (Ungarn)

- Jozef De Kesel Weihbischof von Brüssel (Belgien)

- Nikólaos Fóscolos Erzbischof von Athens (Griechenland)

- Fernand Franck Erzbischof von Luxemburg (Luxemburg)

- Adolfo Gonzalez Montes Bischof von Almeria (Spanien)

- Mario Grech Bischof von Gozo (Malta)

- Anton Justs Bischof von Jeglava (Lettland)

- Egon Kapellari Bischof von Graz-Seckau (Österreich)

- William Kenney Weihbischof von Birmingham (England & Wales)

- Czeslaw Kozon Bischof von Kopenhagen (Skandinavien)

- Christian Kratz Weihbischof von Straßburg (Frankreich)

- Vaclav Maly Weihbischof von Prag (Tschechische Republic)

- Peter A. Moran Bischof von Aberdeen (Schotland)

- Rimantas Norvila Bischof von Vilkaviškis (Litauen)

- Christo Proykov Apostolischer Exarch von Sofia (Bulgarien)

- Frantisek Rabek Militärbischof (Slowakei)

- Anton Stres Erzbischof Koadjutor von Maribor (Slowenien)

- José Amândio Tomás Bischof Koadjutor von Vila Real (Portugal)

- Noel Treanor Bischof von Down and Connor (Irland)