COMECE-Bischöfe ermutigen EU, Menschenwürde und Schöpfung in den Blick zu nehmen

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BRÜSSEL, 7. März 2008 (ZENIT.org).- Die diesjährige Frühjahrsvollversammlung der Kommission der Bischofskonferenzen des Europäischen Raumes (COMECE) stand vom 5. bis zum 7. März im Zeichen des Themas: „Respekt der Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung – das Gemeinwohl in den Politiken der EU des 21. Jahrhunderts verkörpern“.



Die entscheidende Frage nach den Zielen und dem Sinn der Europäischen Einigung bleibe für viele europäische Bürger nach wie vor offen, wie Bischof Adrianus Van Luyn, Präsident der COMECE, in seiner Eröffnungsrede hervorhob. „Nun wissen wir jedoch alle, dass die Wie-Fragen in der Regel zu den leichteren gehören. Schwieriger sind die Fragen zu beantworten, die mit Warum und Wozu beginnen… Hinter dem politischen Tagesgeschäft ist für eine große Mehrheit nicht länger erkennbar und bewusst, warum und wozu es in die eine oder in die andere Richtung ausschlägt.“ Der Bischof fügte hinzu: „Hinter der Politik liegt die Metapolitik, die über die Parteigrenzen hinweg das Wertefundament allen politischen Handelns bildet.“

Die delegierten Bischöfe der 24 Bischofskonferenzen beleuchtetem vor allem zwei zentrale Werte: den Respekt der Menschenwürde und die Bewahrung der Schöpfung. Diese Leitwerte, übersetzt in konkrete Politiken, könnten die Zustimmung der Bürger zur europäischen Einigung erhöhen, so der Tenor der Versammlung.

Im Mittelpunkt der Arbeitsgespräche der Bischöfe über die Reform der Schulen und Universitäten sowie über die Forschungspolitik der EU stand die Vermittlung des Wertes vom Schutz der Menschenwürde. Mit Jérôme Vignon von der EU- Kommission sprachen die Hirten über den Respekt der Menschenwürde in einer sich wandeldenden Arbeitswelt. Die Bischöfe unterstrichen insbesondere den Respekt der Menschenwürde in Bezug auf den Schutz des Lebens.

Die Bewahrung der Schöpfung, eine gemeinsame Priorität für Politiker und Christen in Europa, wird durch die Suche nach Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sichtbar. Schon im November 2007 hatten die Bischöfe der COMECE eine Reflektionsgruppe zum Thema „Klimawandel und christlicher Lebensstil“ eingesetzt. Der Vorsitzende dieser ad hoc Gruppe, Dr. Franz Fischler, ehemaliger EU Kommissar und Präsident des Ökosozialen Forums Europa, stellte den Bischöfen einen Zwischenbericht der Arbeit dieser Gruppe vor. Der Bericht wird für Herbst erwartet.

Schließlich dankten die Bischöfe dem scheidenden Generalsekretär Msgr. Noël Treanor für seine Arbeit als Generalsekretär der COMECE seit 1993. Er habe dazu beigetragen, die katholische Kirche zu einer mitdenkenden Kraft und einem Dialogpartner für die europäischen Institutionen zu machen.

Prälat Noël Treanor wird am 29. Juni zum Bischof der Diözese Down und Connor (Nordirland) geweiht. Die COMECE-Bischöfe werden demnächst gemäß der in den Statuten vorgesehen Prozedur einen Nachfolger ernennen.