COMECE: Europäisches Sozialmodell soll Eckpfeiler der Europäischen Union werden

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BRÜSSEL, 23. Mai 2007 (ZENIT.org).- „Wenn die Menschen Europa als ein positives und anziehendes politisches Projekt akzeptieren sollen, müssen sie sich mit der EU sicherer und zukunftsfähiger fühlen als ohne sie. Die Stärkung der sozialen Dimension Europas ist ebenso wichtig wie die Anpassung der Institutionen an die gewachsene Zahl der Mitglieder der Union.“ Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Mitglieder der COMECE-Sozialkommission bei ihrer jährlichen Sitzung am 22. Mai in Berlin unter ihrem Vorsitzenden Bischof Reinhard Marx von Trier. Der genannten Einrichtung gehören die Vorsitzenden sozialethischer Kommissionen in den Bischofskonferenzen der Europäischen Union an. Zehn Bischöfe aus ganz Europa nahmen an der Tagung teil. Aus anderen Bischofskonferenzen waren Berater und Sekretäre für sozialethische Fragen anwesend. Insgesamt waren 13 Bischofskonferenzen aus dem EU-Raum vertreten.



Neben dem Austausch über die sozialethischen Schwerpunkte der Arbeit in den einzelnen Bischofskonferenzen stand bei dem Treffen, das aus Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Berlin stattfand, eine Begegnung mit dem Vizekanzler der deutschen Bundesregierung und Minister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering, im Mittelpunkt. Bischöfe und Minister waren sich einig, dass ein an die Herausforderungen der Globalisierung und des demographischen Wandels angepasstes europäisches Sozialmodell ein Eckpfeiler der Europäischen Union sein müsse. Das sollte sich auch in den Beratungen einer neuen Regierungskonferenz niederschlagen, die vermutlich im zweiten Halbjahr ihre Arbeit aufnehmen wird, um die institutionelle Krise der Union zu überwinden.

Ebenfalls auf dem Programm der Tagung stand ein Austausch mit Roger Liddle, der dem Beratergremium für europäische Politik angehört und für die Europäische Kommission das Dokument Die soziale Wirklichkeit in Europa (pdf-Format) verfasst hat. Er lud die Kirche ein, sich an der Diskussion über die Zukunft der europäischen Gesellschaft aktiv zu beteiligen.

Die COMECE beabsichtigt, sich in den nächsten Monaten mit einer eigenen Stellungnahme an der Konsultation zu diesem Dokument zu beteiligen, in der Fragen der sozialen Rolle der Kirchen im gesellschaftlichen Leben, der Familienförderung und der Gerechtigkeit im Arbeitsleben angeschnitten werden sollen.

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) setzt sich aus den delegierten 23 Bischöfen der Bischofskonferenzen auf dem Gebiet der Europäischen Union zusammen. Ihr ständiges Sekretariat beobachtet und analysiert die politischen Prozesse in der Europäischen Union. Es informiert und macht in Kirche und Gesellschaft auf die Entwicklung der EU-Politik aufmerksam.