COMECE-Sammelband zum Thema „Wissenschaft und Ethik“

Die Themenpalette reicht von der Organspende über die Stammzellenforschung bis hin zur Euthanasie

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ROM, 16. Oktober 2008 (ZENIT.org).- „Wissenschaft und Ethik“, so lautet der Titel einer Veröffentlichung von insgesamt 16 Gutachten aus den letzten zwölf Monaten der Gruppe für bioethische Überlegungen der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE).



Wie der Sekretär der Kommission in der vergangenen Woche erklärte, ist es Ziel der Schriftensammlung, „das Interesse für Fragen der Bioethik“ neu zu wecken. Darüber soll eine Haltung gefördert werden, „die dem Dialog zwischen Kirche, Politik, Wissenschaft und Finanzwelt offen gegenübersteht“.

Die Studien der Gruppe reichen von den „ethischen Aspekten der Organspende“ bis hin zu „ethisch-anthropologischen Problematiken in der Herstellung hybrider Organismen“, berichtete die Nachrichtenagentur der italienischen Bischofskonferenz „Sir“. Behandelt werden demnach auch „Fragen, die die Nanomedizin aufwirft“, und verschiedene Möglichkeiten, „die menschlichen Stammzellen gesetzlich zu schützen“.

Die Schriftensammlung nimmt darüber hinaus auf folgende Themen Bezug: Bestimmungen zum Todeseintritt, Euthanasie, genetische Tests, Stand der biomedizinischen Forschung in den Entwicklungsländern, Klonung und Embryonenforschung.

„Bioethische Themen spielen in den verschiedenen Bereichen der europäischen Politik eine immer größere Rolle“, bekräftigte der Sekretär des COMECE mit Blick auf die viel kritisierte „Förderung der Klonung und die Benutzung embryonaler Stammzellen für die wissenschaftliche Forschung, die sich das europäische Forschungsprogramm zu Nutze gemacht hat“.

Auch bezüglich des Vorschlags zu Richtlinien in Sachen Organspende „mangelt es nicht an grundlegenden ethischen Fragen, insbesondere zum freien Willen der Spender und zum Prinzip der Verwerflichkeit der Vermarktung des Menschen und seines Körpers“.

Als die COMECE 1996 die Gruppe für bioethische Überlegungen ins Leben rief, tat sie dies hauptsächlich aufgrund der Bedeutung, die bioethische Fragen in der EU-Politik damals hatten. In diesem Sinn gehe es auch heute darum, „jene bioethischen Problematiken und ihre Ausmaße auf die Europäische Union sowie deren Einrichtungen zu beleuchten, und gleichzeitig die Bischöfe der COMECE und ihre Bischofskonferenzen über diese Themen zu informieren“.

Die Gruppe setzt sich aus Personen zusammen, die auf den Gebieten Theologie, Ethik und Philosophie, Recht, Medizin und Pharmakologie Experten sind.