COMECE: Solidarität zwischen den Generationen zur Überwindung der ökonomischen und demographischen Krise

Stärkung von Familien unabdingbar

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ROM, 13. Juli 2012 (ZENIT.org). - Die Solidarität zwischen den Generationen war das zentrale Hauptthema des diesjährigen Gipfeltreffens der europäischen Religionsvertreter mit den Präsidenten der EU-Institutionen. Bei diesem handelte sich um das achte Spitzentreffen, das auf Einladung von Präsident Barroso zusammen mit Herman van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, Lászlò Surján, Vizepräsident des Europäischen Parlaments stattfand, wie die COMECE berichtet.

Die Bischöfe der COMECE widmeten ihre diesjährige Frühjahrsvollversammlung ebenso diesem Thema und unterstrichen, dass Generationen nicht nur für sich selbst leben könnten sondern sich auch aufeinander verlassen können müssten. Der Dialog und die Solidarität zwischen der älteren und der jüngeren Generation bildeten die Grundlage für die menschliche Entwicklung unserer Gesellschaftlichen: Sie bringen Hoffnung und Selbsterfüllung.

Mit Blick auf die Begegnung der demographischen Krise in Europa wies Msgr. André-Joseph Leonard, Erzbischof von Mecheln-Brüssel, bei dem Treffen am 12. Juli darauf hin, dass unter den verschiedenen Optionen –neben der Reform der Rentensysteme und der Zuwanderung – die Stärkung von Familien, insbesondere von stabilen Familien, der einzig nachhaltige Weg aus der Krise sei. Dies schließe mutige Schritte auf dem Gebiet der Steuerpolitik, finanzielle Unterstützung für das dritte oder vierte Kind sowie soziale Maßnahmen zur Unterstützung der „work-family-life-balance“ ein.

In diesem Zusammenhang betonte Msgr. Gianni Ambrosio (Italien), Vizepräsident der COMECE, die Notwendigkeit für Europa und seine Mitgliedsstaaten, den Sonntag als gemeinsamen wöchentlichen Ruhetag zu bewahren. „Insbesondere für die Familie, für das spirituelle Leben ihrer Mitglieder und für die zwischenmenschlichen Beziehungen, sowohl in der Familie als auch zu Verwandten und Freunden, ist die gemeinsame Sonntagsruhe von fundamentaler Bedeutung.“ Er erinnerte daran, dass die Kirchen sich mit bedeutenden Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags in der EU- und in der mitgliedsstaatlichen Gesetzgebung zusammengeschlossen hätten.

Bezug nehmend auf die dramatische Situation hinsichtlich der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien verurteilte Msgr. Adolfo Gonzales Montes (Spanien, COMECE-Mitgliedsbischof) die „verantwortungslosen und unmoralischen politischen Praktiken in Spanien, die zu einer Opferung der jungen Generation geführt hat“, die nun von einer Arbeitslosenquote von 50 Prozent getroffen werde.

In Rumänien, wie in vielen osteuropäischen Ländern, stünden die Familien vor der Herausforderung, dass einer oder beide Elternteile zur Arbeit nach Westeuropa reise, um ihre Familien zuhause zu unterstützen, erläuterte Msgr. Virgil Bercea (Vizepräsident der COMECE). „Dies führt zum Auseinanderbrechen von vielen Familien und dazu, dass Kinder ohne einen oder beide Elternteile aufwachsen, was langfristig Probleme für die europäische Gesellschaft schaffen wird.“

Er forderte die EU-Institutionen dazu auf, spezifische Mechanismen für Länder wie Rumänien zu schaffen, die ihnen helfen würden, sich schneller wirtschaftlich zu entwickeln, sodass sie Möglichkeiten für ihre eigenen Bürger vorsehen können. „Diese Mechanismen sollten Transparenz hinsichtlich der Art und Weise, wie öffentliches Geld verwendet wird, Garantien für ein unabhängiges Justizsystem, Abschaffung der Korruption, Schutz der Menschenrechte und der Religionsfreiheit enthalten.“ [jb]