Cornelius (3. Jahrhundert)

Papst und Heiliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 395 klicks

Cornelius stammte aus einer vornehmen römischen Familie. Im Jahr 251 wurde er zum Nachfolger Petri gewählt, doch eine Minderheit stellte Novatian als Gegenpapst auf. Beide vertraten gegensätzliche Ansichten zur Frage, wie mit Christen zu verfahren sei, die vom Glauben abgefallen seien. Cornelius war Befürworter einer milden Linie der Nachsichtigkeit und Vergebung. Auf der Synode im Jahr 251 wurde Novatian zwar abgesetzt, doch nur zwei Jahre später wurde Cornelius mit der Verbannung bestraft, da sich Kaiser Gallus gegen ihn gestellt und die Christenverfolgung wiederaufgenommen hatte. Cornelius starb noch im selben Jahr, 253, in der Verbannung in Centrum Cellae, dem heutigen Civitavecchia bei Rom. Am 14. September wurde er in der Lucina-Gruft in der Callixtus-Katakombe bestattet.

Eine Kopfreliquie des Heiligen befand sich in der Abtei Kornelimünster bei Aachen, die zu Beginn des 9. Jahrhunderts gegründet wurde. Die Abtei soll die Reliquie des Cornelius als Ausgleich dafür erhalten haben, dass Karl der Kahle 875 das in Kornelimünster aufbewahrte Grabtuch Jesu für eine Klostergründung in Compiègne hatte teilen lassen. Seit dem 12. Jahrhundert trug die Abtei den Namen „Kornelimünster“ nach dem heiligen Cornelius. Auch ein Armreliquiar des Heiligen befand sich in der Abtei. Der Reliquienschatz in Kornelimünster war eines der bedeutendensten Wallfahrerziele des Mittelalters. 1802 wurde die Abtei während der Säkularisation unter Napoleon aufgelöst und die Reliquien 1804 der Pfarrgemeinde Kornelimünster übergeben. 1906 kehrten die Benediktiner nach Kornelimüsnter zurück.

Ein besonderer Brauch in Verbindung mit dem heiligen Cornelius ist bis heute die sog. „Hörnchensmess“, deren Name sich aus der Übersetzung aus dem Lateinischen „cornu“ – „Horn“ — ableitet und in Verbindung mit dem Namen „Cornelius“ gebracht wird. Deshalb ist das Horn auch eines der Attribute des Heiligen. Bei der „Hörnchensmess“ wird am Ende der Messe in Sankt Severin in Köln das „Korneliushorn“ zusammen mit dem „Severinsstab“ ausgestellt, und die Gläubigen ziehen daran vorbei. Das Horn aus Sankt Severin, das ursprünglich als Trink- oder Signalhorn diente, wurde um 1500 zum Reliquiar umfunktioniert, wie man den beiliegenden „Cedulae“ (Papierchen zur Bezeichnung der Reliquien) entnehmen kann. In dem Horn befinden sich auch heute noch Reliquien verschiedener Heiliger.