Costa Rica: Katholische Kirche warnt vor IVF

Kirche startet Medienkampagne gegen In-vitro-Fertilisation

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SAN JOSE, Dienstag, 28. Juni 2011 (ZENIT.org/The Observer). - Am letzten Wochenende verstärkte die  Katholische Kirche in Costa Rica eine Kampagne gegen die „In-vitro-Fertilisation“, die in diesem mittelamerikanischen Land gesetzlich eingeführt werden soll.

Durch verschiedene Medien der Kirche wie Radiosender und Zeitungen betonte sie, dass IVF Menschenselektion repräsentiere und in Costa Rica weiterhin verboten bleiben müsse.

Auch in Gesprächen von Spezialisten mit Lehrern und Schülern wurde von Seiten der Kirche klar darauf hingewiesen, dass die assistierte Reproduktion eine Methode sei, menschliches Leben zu eliminieren und über das Leben anderer Menschen zu entscheiden, die während der Befruchtung entweder getötet oder eingefroren würden.

Eine Meldung im costaricanischen Rundfunk unter der Schirmherrschaft der Kirche lässt mit der Stimme eines Mädchens sagen: „Hallo, ich bin Sophie, die dritte von drei Geschwistern, und obwohl meine Eltern mich von ganzem Herzen lieben, weiß ich, dass sieben meiner Geschwister in einem Labor sterben mussten, damit ich auf die Welt kommen konnte.“

Dann sagt die Stimme des Ansagers abschließend: „Wer hat das Recht, über das Leben anderer zu entscheiden? In-vitro-Fertilisation bedroht das Leben!"

Jason Granados, Direktor von „Radio Fides“, einer der Radioanstalten, die seit einigen Wochen im gesamten Gebiet von Costa Rica zu hören sind, erklärte, dass die Meldungen von dieser Radiostation produziert und von der Erzdiözese San José genehmigt worden seien.

Granados wies darauf hin, dass die Kampagne „auf Grund eines Gesetzesentwurfes der Regierung zur Legalisierung der IVF und des durch die Interamerikanische Menschenrechts-Kommission ausgeübten Drucks zu ihrer Approbation“, gestartet worden sei.

Letztere hatte dem costaricanischen Kongress ein Ultimatum gesetzt, bis zum 31. Juli dieses Jahres die Initiative gesetzlich zu verabschieden.

Das Thema führte im Kongress zu Kontroversen, wo am 15. Juni ein Gesetzesentwurf zur Regulierung der In-vitro-Fertilisation durch eine knappe Mehrheit (26 Nein-Stimmen, 25 Ja-Stimmen) abgelehnt worden war.

[Übersetzung aus dem Spanischen von Susanne Czupy]