Crispina von Thagora (gestorben 304)

Märtyrerin und Heilige

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 279 klicks

Crispina lebte im 2. Jahrhundert in Thagora bei Tagaste in Numidien. Sie stammte aus einer reichen Familie. Es heißt, sie sei verheiratet und Mutter mehrerer Kinder gewesen. Crispina war Christin und wurde deshalb dem Prokonsul Annius Anullinus in Tébessa vorgeführt. Sie sollte dem christlichen Glauben abschwören und den heidnischen Göttern, wie es Diokletian angeordnet hatte, opfern. Doch Crispina widersetzte sich trotz Folter und Demütigungen der Anordnung. Daraufhin wurde sie zum Tode durch Enthauptung verurteilt. Vor ihrer Hinrichtung soll sie ausgerufen haben: „Gelobt sei der Herr, der mich aus euren Händen befreit.“ Crispina starb am 5. Dezember 304 und wurde in Tébessa bestattet.

Eine bildliche Darstellung der Heiligen findet sich in Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna an der mosaizierten Nordwand im unteren Register. Crispina ist wie die anderen dargestellten Heiligen durch die Beschriftung oberhalb des Hauptes identifizierbar. Sie ist in der Abbildung die zweite weibliche Figur von links. 

In dem Register findet sich die Darstellung 22 junger Frauen, die, auf einem grünen Rasen schreitend, jeweils durch eine Dattelpalme voneinander getrennt sind. Sie tragen einen Nimbus und sind in kostbare mit Edelsteinen besetzte Gewänder gehüllt, die sie an byzantinische Prinzessinnen erinnern lassen. Ihre Häupter sind mit einem Diadem bekrönt, und in ihren Händen halten sie einen Kranz. Einige von ihnen haben, wie auch Crispina, die Hände durch ein Velum verhüllt. Die weiblichen Figuren unterscheiden sich jeweils leicht in Haltung und Mimik.