Crispinus und Crispinianus

Von Rom nach Soissons und Osnabrück

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ROM, 25. Oktober 2012 (ZENIT.org).- Am 25. Oktober wird insbesondere im Bistum Osnabrück zweier Heiliger gedacht: dem heiligen Crispinus und dem heiligen Crispinianus. In Osnabrück werden nämlich Reliquien der beiden aus Rom stammenden Heiligen aufbewahrt. Die Armreliquiare werden heute in der Domschatzkammer im Diözesanmuseum des Bistums Osnabrück aufbewahrt. Nur an besonderen kirchlichen Feiertagen verlassen sie ihren üblichen Aufbewahrungsort und werden am Hochaltar des Doms Sankt Petrus ausgestellt.Doch nicht nur in Osnabrück befinden sich Reliquien des Brüderpaares Crispinus und Crispinianus.

Im Jahr 570 brachte König Sigibert einige Reliquien der beiden Heiligen aus Soissons in das heutige Lisdorf bei Saarlouis, wo sie am 25. Oktober 570 in den Altar der neu geweihten Kirche eingemauert wurden. Die Kirche Saint-Crépin-le-Grand wurde 1793/94 säkularisiert und als Pferdestall genutzt. Nach ihrem Verkauf im Jahr 1798 wurde die Kirche schließlich abgerissen. Weitere Reliquien befinden sich in San Giovanni e Paolo auf dem Celio in Rom.

Die nordfranzösische Stadt Soissons ist die eigentliche Wirkstätte der beiden Heiligen. Das Brüderpaar war dorthin geflohen, um der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zu entkommen und weiterhin den christlichen Glauben vermitteln zu können.

Wie die Legende berichtet, arbeiteten die beiden Senatorensöhne nach ihrer gelungenen Flucht fortan in Soissons als Schuhmacher, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Crispinus und Crispinianus nutzten ihre handwerklichen Fähigkeiten, um Gutes zu tun. Von ihrem tiefen Glauben und großer Nächstenliebe geleitet, fertigten sie den Armen kostenlos Schuhe an.

Doch die Christenverfolgung holte die beiden Brüder im Jahr 287 auch in Soissons ein: Crispinus und Crispinianus mussten grausamste Foltern erleiden. Die Überlieferungen berichten davon, dass die beiden unter anderem mit einem Mühlstein beschwert in einen Fluss geworfen wurden, jedoch überlebten und anschließend enthauptet wurden. [bd]