Damit Ehe und Familie gelingen können

Resolution des Forums Deutscher Katholiken

| 1209 klicks

KARLSRUHE, 19. September 2011 (ZENIT.org). – Aus aktuellem Anlass hat das „Forum Deutscher Katholiken“ bei seinem Kongress Freude am Glauben (ZENIT berichtete) folgende Resolution herausgegeben:

Wir bitten die Bischöfe, sich intensiv der großen Sehnsucht junger Menschen nach einer tiefen und dauerhaften Bindung zuzuwenden. Diese brauchen Glaubenswissen und Lebenskompetenzen, um zu verstehen, welche Freuden, Verantwortung, Aufgaben, Krisen, welches Wachstum  in Ehe und Familie auf sie warten. Und welche Kraftquelle das Ehesakrament dabei bedeutet. Dazu brauchen schon Kinder eine „entfernte“ Vorbereitung auf spätere Bindungen. Sie und ihre Eltern sollten zu einem tieferen Verständnis der Berufung jedes Menschen zur Liebe, der Gegenwart Gottes in ihrem Leben, besonders durch die Sakramente, geführt werden.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine ganzheitliche Sexualerziehung, welche der Schöpfungsordnung und dem christlichen Menschenbild entspricht wie z. B. das Teenstar-Programm. In diesem Bereich sind die Eltern erstverantwortlich. Kirche und Schule dürfen subsidiär tätig werden. Die Eltern müssen ein Recht haben, ihre Kinder vom schulischen Sexualkundeunterricht abmelden zu können.

Es ist unverantwortlich, junge Menschen, welche  die Tragweite des Ehesakramentes nie wirklich verinnerlichen konnten, plötzlich mit der Tragweite der Scheidung zu konfrontieren. Wir bitten also um eine Sakramentenkatechese der Gläubigen in allen Altersstufen, um das allgemeine Glaubenswissen und -leben zu vertiefen. Hier halten auch viele geistliche Gemeinschaften Kurse und Missionen bereit, die die Diözesen nutzen könnten. Schließlich muss sich eine konkrete Ehevorbereitung über einen längeren Zeitraum erstrecken und die „Theologie des Leibes“ des seligen Papstes Johannes Paul II. berücksichtigen. Zu empfehlen sind auch Standards für die Ehevorbereitung, wie sie die Österreichische Bischofskonferenz vereinbart hat.

In diese Vorgaben hinein gehört unbedingt die Annahme der Enzyklika Pauls VI. „Humanae vitae“, nachdem inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Ehen, in welchen die natürliche Empfängnisregelung gelebt wird, signifikant stabiler und qualitätvoller sind als Ehen, in welchen die Familienplanung durch Verhütung geschieht. (Vgl. Rhomberg-Studie.)

Für die Ehen und Familien selbst bitten wir um einen herzlichen Empfang in den Pfarreien, Möglichkeiten mit Kindern unterschiedlichen Alters und Lärmpegels die hl. Messe/Gottesdienste zu besuchen. Was die Geschiedenenpastoral betrifft, sollten die Kirchen im deutschen Sprachraum eingeladen werden, einen tapferen Blick über die Grenzen zu werfen in die Länder, wo es schon viele bewährte Initiativen zu Begleitung von Geschiedenen gibt. Die Getrennten, Geschiedenen und Wiederverheirateten haben einen Platz in der Kirche. Dieser Platz entspricht nur dann der Liebe Christi, wenn er auch seiner Wahrheit entspricht. Barmherzigkeit ohne Wahrheit ist keine Liebe. Die Verkrampfung auf die Frage des Sakramentenempfangs hilft den Betroffenen nicht wirklich.

Es gibt bewegende Zeugnisse von Gläubigen, die um die eheliche Treue auch gegenüber dem abwesenden Partner ringen. Für Seelsorger und Theologen können solche Zeugnisse eine wertvolle Hilfe sein in der Glaubensverkündigung. Umgekehrt sind diese Gläubigen dankbar dafür, dass sie durch die Sakramente aufgehoben  sind in der Liebe Christi und durch eine gute seelsorgliche Begleitung auch angenommen sind in der Gemeinschaft der Kirche.