Dänemark: Lutherische Kirche wird homosexuelle "Ehe" einsegnen

Verfügung der Regierung führt zu Protesten der Bischöfe

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KOPENHAGEN, 5. August 2001 (ZENIT.org).- Die dänische lutherische Kirche gestattet es homosexuellen Paaren, zusammen mit ihrer standesamtlichen Trauung auch den "kirchlichen" Segen einzuholen. Das wurde aus Angaben des Amtes für kirchliche Angelegenheiten gegenüber der dänischen Zeitung "Kristelig Dagblad" bekannt.



Dieses Ehemodell sieht die Anwesenheit eines Bürgermeisters vor, um den standesamtlichen Ehebund abzusegnen, worauf dann während eines Gottesdienstes das Paar auch den Segen ihrer kirchlichen Gemeinschaft erhält.

Minister Johannes Lebech vom Ministerium für kirchliche Angelegenheiten versicherte, dass man die Verbindung mit einer religiösen Segnungsfeier nicht verhindern werde, da ja auch staatlicherseits der Ehebund von homosexuellen Paaren autorisiert wurde.

Die Entscheidung des Ministers hat zu Protesten einiger dänischer Bischöfe geführt, die sich überrascht zeigten und auf die Widersprüche in dem vorgelegten Modell hinwiesen.

Bischof Jan Lindhardt von Roskilde sagte zu dem Modell des Ministeriums, es stehe im Gegensatz zu dem, die Bischöfe 1997 klar und deutlich über Zeremonien für solche Paare gesagt hatten.
Auch Bischof Karsten Nissen aus Viborg meinte, die Teilnahme seitens zweier verschiedener Autoritäten an der Zeremonie führe zur Verwirrung hinsichtlich der Trauungen von heterosexuellen Paaren.

Die dänische Regierung verabschiedete 1989 ein Gesetz, dass die standesamtliche Trauung von Paaren desselben Geschlechtes erlaubt, vorausgesetzt einer der Ehepartner ist dänischer Staatsbürger. Solchen Paaren werden dieselben Rechte wie einer heterosexuellen Familie zugesprochen, bis auf das Recht zur Adoption von Kindern.