Daniel Anrig, neuer Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde

Der 36-jährige Jurist aus Sargans ist verheiratet und Vater von vier Kindern

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ROM/FRIBOUR, 19. August 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat Daniel Anrig zum neuen Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde ernannt, dem kleinsten und ältesten Heer der Welt. Sein Amt im Vatikan wird der 36-jährige Jurist am 1. Dezember 2008 antreten.

Der neue Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde ist mit einer Theologin verheiratet und Vater von vier Kindern. In der Schweizer Armee bekleidet er den Rang eines Hauptmanns.

Gegenwärtig ist Anrig Kommandant der Glarner Kantonspolizei. In Sargans geboren und aufgewachsen, diente er zwei Jahre in der Päpstlichen Schweizergarde, bevor er sich an der Universität Freiburg (Schweiz) einschrieb. Sein Studium beendete er 1999 mit dem Lizentiat beider Rechte (lic. iur. utr.). Seine Polizei-Laufbahn begann Daniel Anrig als Chef der Kriminalpolizei bei der Glarner Kantonspolizei.

Die Schweizer Bischöfe haben dem neuen Kommandanten ihre Glückwünsche übermittelt. Gleichzeitig dankten sie dem zurückgetretenen Kommandanten der Schweizergarde, Elmar Mäder, für seine hervorragenden Dienste.

Im Gespräch mit der Zeitschrift Der Schweizergardist zog der 1963 geborene Mäder eine Bilanz seiner Dienstzeit: „Ich habe eine sehr schöne Zeit in der Schweizergarde erleben dürfen. Auch meine Persönlichkeit hat sich weiterentwickelt, und ich darf wohl auch behaupten, dass Gott mir ein Charisma gegeben hat, das gerade für die vielen öffentlichen Auftritte rund um das Jubiläum für die Garde ganz nützlich war. Am meisten beeindruckt hat mich immer wieder, was aus Kadern an Leistungen herauszuholen war, für die sie auf den ersten Blick gar nicht ausgebildet schienen. Aber der typische Gardist wächst eben an der Herausforderung. Und wir haben in unserem Umfeld gelernt, uns nicht darauf zu verlassen, dass immer alles wie geplant abläuft.“

Seinem Nachfolger Anrig, dem 34. Kommandanten der Schweizergarde, gab er folgenden Rat mit auf dem Weg: „Er muss sich einen kritischen Geist erhalten. Oft hat man mir auf meine Frage 'Warum' die Antwort 'Es war immer so' gegeben. Dann: Die Schweizergarde darf sich nur mit ihren Methoden und Mitteln der Zeit anpassen, nicht aber in ihrem Geist.“

Die Päpstliche Schweizergarde kommt ihrer Aufgabe, „ständig über die Sicherheit des Heiligen Vaters und seiner Residenz zu wachen, die Eingänge zur Vatikanstadt zu sichern sowie Ehren- und Ordnungsdienste auszuführen“, seit nunmehr 500 Jahren nach. Die 110 Gardisten, die gemeinsam die Kompanie bilden, die den Rang eines Regiments hat, orientieren sich am Leitwort „acriter et fideliter – tapfer und treu“.

Ihr Dienst ist in den Augen Benedikts XVI. eine „Schule des Lebens“. Bei der Vereidigung der neuen Rekruten im Mai dieses Jahres bekräftigte der Papst außerdem: „Eure historischen Uniformen sprechen zu Pilgern und Touristen aus allen Teilen der Welt über etwas, das sich trotz allem nicht ändert, nämlich über euren Einsatz, Gott zu dienen, indem ihr dem Diener seiner Diener dient“ (vgl. Ansprache).