"Dank sagen ist so einfach und doch so schwer!"

Papst Franziskus feierte Heilige Messe zum marianischen Tag am 13. Oktober

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 393 klicks

In der Predigt während der Heiligen Messe zum marianischen Tag aus Anlass des Jahres des Glaubens am Sonntag, dem 13. Oktober 2013, konzentrierte sich Papst Franziskus auf drei Aspekte. „Erstens: Gott überrascht uns, zweitens: Gott fordert Treue von uns, drittens: Gott ist unsere Stärke.“

Im ersten Punkt, „Gott überrascht uns“, führte der Papst die Geschichte von Naaman, einem aussätzigen Feldherrn des Königs von Aram, aus, der durch sein Gottvertrauen von der schrecklichen Krankheit geheilt worden sei (vgl. 2 Kön 5,1-14). „Wirklich: Gott überrascht uns. Gerade in der Armut, in der Schwachheit, in der Niedrigkeit zeigt er sich und schenkt uns seine Liebe, die uns rettet, uns heilt und uns Kraft verleiht. Er erwartet von uns nur, dass wir seinem Wort folgen und ihm vertrauen.“

Ebenso sei auch die Erfahrung der Jungfrau Maria: „Angesichts der Verkündigung des Engels verbirgt sie nicht ihre Verwunderung. Es ist das Erstaunen zu sehen, dass Gott, um Mensch zu werden, ausgerechnet sie erwählt hat, ein einfaches Mädchen aus Nazareth, das nicht in den Palästen der Macht und des Reichtums wohnt, das keine außerordentlichen Heldentaten vollbracht hat, das aber offen ist für Gott und fähig, ihm zu vertrauen, auch wenn sie nicht alles versteht.“

Deshalb solle sich jeder die Frage stellen: „Lasse ich mich von Gott überraschen wie Maria, oder verschließe ich mich in meinen Sicherheiten, in materiellen Sicherheiten, in geistigen Sicherheiten, in ideologischen Sicherheiten, in Sicherheiten meiner Pläne? Lasse ich Gott wirklich in mein Leben eintreten? Wie antworte ich ihm?“

Den zweiten Punkt, „Gott fordert Treue von uns“, erklärte Papst Franziskus anhand der Episode des heiligen Paulus und Timotheus (vgl. 2 Tim 2,8-13): „Gott überrascht uns mit seiner Liebe, aber fordert Treue in seiner Nachfolge.“ Im Alltag eines jeden geschehe es, dass der anfänglich gute Vorsatz der Treue nicht durchgehalten werde, weil Schwierigkeiten auftauchten.

Maria habe mehrfach bedingungslos Ja zu Gott gesagt, bis hin zum Kreuzestod ihres Sohnes. „Die treue Frau, sie steht, innerlich zunichte gemacht, aber treu und stark.“

Papst Franziskus sprach in diesem Zusammenhang die Kultur des Provisorischen, Relativen an. Jeder müsse sich die Frage stellen: „Bin ich ein Gelegenheitschrist, oder bin ich immer Christ?“ Auch wenn die Gläubigen nicht immer treu seien, Gott sei es immer.

Im letzten Punkt, „Gott ist unsere Stärke“, befasste sich Papst Franziskus mit der Geschichte der „zehn Aussätzigen aus dem Evangelium, die von Jesus geheilt wurden“ (Lk17,13). Nur einer der Geheilten kehre zurück und lobe Jesus.

Maria vollbringe nach der Verkündigung eine Tat der Nächstenliebe gegenüber Elisabeth. „Dank sagen ist so einfach und doch so schwer! … Wie oft sagen wir Dank dem, der uns hilft, uns nahe ist, uns im Leben begleitet? Oft nehmen wir alles selbstverständlich! Und das geschieht auch Gott gegenüber. Es ist leicht, zum Herrn zu gehen und ihn um etwas zu bitten. Aber ihm zu danken, das kommt mir nicht in den Sinn.“