Dank und Segen: Gebet Jesu während des Letzten Abendmahls

Papst Benedikt setzt Katechesen über das Gebet Jesu fort

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VATIKANSTADT, 11. Januar 2011 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. hat während der heutigen Generalaudienz seine Katechesen über das Gebet Jesu wieder aufgenommen. Thema der heutigen Katechese war Jesu Gebet beim letzten Abendmahl. In diesem letzten Mahl vor seinem Leiden und Sterben habe sich Jesus selber als das wahre Lamm geschenkt, so sein Pascha gestiftet und etwas Neues eingesetzt.

„Den Kern dieses Mahls bilden die Worte und Gesten Jesu: das Brechen und Austeilen des Brotes sowie das Reichen des Kelches zusammen mit dem Dankgebet und Lobpreis“, so der Papst. Die beiden Begriffe, die das Neue Testament überliefere, Danken und Segnen, verwiesen auf das große jüdische Dank- und Segensgebet der „Berakha“. Es bezeichne zwei Richtungen: der Dank für Gottes Gabe, der im Menschen „aufsteige“, und der dann als Segen von Gott her auf die Gabe zurückkehre. Diesen Zusammenhang griffen die Einsetzungsworte der Eucharistie auf: „In ihnen wird Dank zu Segen und zu Verwandlung.“

„Wie aber kann der Herr sagen: ‚Das ist mein Leib, mein Blut‘, und sich in Brot und Wein selber schenken, wenn er doch mitten unter seinen Jüngern steht?“, fragte der Papst.
In diesen Gaben nehme er sein Kreuz und seine Auferstehung vorweg. Das Leben, das ihm am Kreuz entrissen werde, gebe er schon jetzt frei, von sich aus hin. Und so wandele er den gewaltsamen Tod in ein freies Opfer der Hingabe um, der Hingabe seiner selbst für Gott und für die anderen.

„Die Eucharistie ist wirklich Gegenwart des Herrn, Sakrament der Liebe, das uns zu seinem Gedächtnis aufgetragen ist.“

Das Beten Jesu stütze die Jünger, stütze den Menschen in der Schwachheit und im rechten Verständnis von Kreuz und Auferstehung, so der Heilige Vater.

„Die Eucharistie ist auch für uns Stütze und mehr als Stütze, sie ist Gemeinschaft mit dem lebendigen Herrn und so mit dem lebendigen Gott.“ [jb]

[Wir dokumentieren die offizielle deutsche Zusammenfassung:]

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Liebe Brüder und Schwestern!

Im Rahmen der Betrachtungen über das Beten Jesu, die ich in diesen Wochen anstelle, möchte ich heute über das Gebet beim Letzten Abendmahl sprechen. Es ist, wie wir wissen, ein Mahl des Abschieds Jesu von seinen Jüngern. Vor seinem Leiden und Sterben gibt der Herr in diesem Mahl etwas Neues, er schenkt sich selbst als das wahre Lamm und stiftet so sein Pascha. Den Kern dieses Mahls bilden die Worte und Gesten Jesu: das Brechen und Austeilen des Brotes sowie das Reichen des Kelches zusammen mit dem Dankgebet und Lobpreis. Die beiden Begriffe, die uns das Neue Testament dafür überliefert – Danken und Segnen –, verweisen auf das große jüdische Dank- und Segensgebet der „Berakha“. Darin kommen zwei Richtungen zum Ausdruck: Es ist Dank für Gottes Gabe, der sozusagen von uns aufsteigt, und unser Dank kehrt dann als Segen auf die Gabe von Gott her zurück. Diesen Zusammenhang der beiden Bewegungen – Dank und Segen – greifen die Einsetzungsworte der Eucharistie auf: In ihnen wird Dank zu Segen und zu Verwandlung.

Wie aber kann der Herr sagen: »Das ist mein Leib, mein Blut«, und sich in Brot und Wein selber schenken, weil er doch mitten unter seinen Jüngern steht? In diesen Gaben nimmt er sein Kreuz und seine Auferstehung vorweg. Das Leben, das ihm am Kreuz entrissen wird, gibt er schon jetzt frei, von sich aus hin. Und so wandelt er den gewaltsamen Tod in ein freies Opfer der Hingabe um, der Hingabe seiner selbst für Gott und für die anderen. Die Eucharistie ist wirklich Gegenwart des Herrn, Sakrament der Liebe, das uns zu seinem Gedächtnis aufgetragen ist. Der hl. Lukas hat uns noch eine spezifische Überlieferung über das Beten Jesu beim Letzten Abendmahl hinterlassen. Er sagt uns, dass er zu Petrus gesprochen hat, er werde für ihn beten, dass sein Glaube nicht erlösche und dass er bekehrt die Brüder stärken könne (vgl. Lk 22,32). Das Beten Jesu stützt die Jünger, stützt uns in der Schwachheit und im rechten Verständnis von Kreuz und Auferstehung. Die Eucharistie ist auch für uns Stütze und mehr als Stütze, sie ist Gemeinschaft mit dem lebendigen Herrn und so mit dem lebendigen Gott.

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Gerne heiße ich alle Gäste und Pilger deutscher Sprache willkommen. Durch die Eucharistie sind wir hineingenommen in das Beten Jesu, haben teil am Leib und Blut des neuen Osterlammes. Bitten wir Christus, dass wir in Verbindung mit ihm auch unsere Mühsale, unser Leiden, unser Sein umwandeln dürfen in einen Akt der Liebe, der Hingabe an Gott und an den Nächsten. Der Herr begleite euch alle mit seinem Segen.