"Danke Köln!"

Statement von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch in der Abschluss-Pressekonferenz des Eucharistischen Kongresses

Köln, (DBK PM) | 360 klicks

Wir dokumentieren das Statement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, in der Abschluss-Pressekonferenz des Eucharistischen Kongresses am 9. Juni 2013 in Köln.

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Danke Köln! Das sage ich in dieser Stunde aus vollem Herzen. Wir durften schöne und fromme, nachdenkliche und mutmachende Tage hier in Köln erleben! Es war gut, dass wir in Deutschland einen Eucharistischen Kongress feiern durften. Er reiht sich ein in die vielfältigen Initiativen der Deutschen Bischofskonferenz, die wir ergriffen haben, um das Glaubensleben in Deutschland zu erneuern. Ja, wir gewinnen in den vergangenen Jahren, nachdem wir eine schwierige Zeit erlebt haben, neues Vertrauen und neue Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit. Das ist unserem seit 2011 initiierten Gesprächsprozess bisher gelungen. Dazu hat auch der Eucharistische Kongress in besonderer Weise beigetragen.

Der Eucharistische Kongress war ein Erfolg im dreifachen Sinne. Zunächst ist mit dem Eucharistischen Kongress eine Rückbesinnung nach Innen gelungen. Ich nenne das eine Vergewisserung unseres eigenen Glaubenslebens. Wir haben uns in diesen Kölner Tagen auf den Mittelpunkt unseres katholischen Glaubens konzentriert: die Eucharistie. Wir haben sie gefeiert, wir haben sie reflektiert, wir haben sie nach außen demonstriert. Es war gut, dass wir diese starken geistlichen Tage in Köln hatten. In der Hektik des Alltags droht die Frage nach Gott manchmal in den Hintergrund zu treten. Tage wie diese machen es möglich, sie in die Mittezurückzuholen. Das hat uns Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch klar gemacht: wir müssen neu lernen, von Gott zu reden.

Ein zweites: Mit dem Eucharistischen Kongress haben wir ein Glaubenszeugnis gegeben, das wir in die Gesellschaft, in die Welt hineingetragen haben. Es ist gut, dass dieser Kongress und dieses Zeugnis so positiv in der Kölner Öffentlichkeit aufgenommen wurden. Danke, liebe Kölnerinnen und Kölner, für Ihre Gastfreundschaft! Danke für Ihr Entgegenkommen und die positive Grundstimmung. Die vielen tausende Pilger waren keine kleine unsichtbare Gruppe, sondern an ihren roten Bändern gut erkennbar. Somit wusste jeder in Köln, wer beim Eucharistischen Kongress dabei ist. Und diese Zahl konnte sich wahrhaft sehen lassen. Ich bin dankbar und empfinde es als großen Erfolg des Kongresses, dass unsere Botschaft in der Stadt wahrgenommen wurde.

Und ein dritter Gedanke: Ich habe in den Katechesen und Gottesdiensten, beim Hineinhören in die theologischen Foren und beim Miterleben von Katechesen meiner Mitbrüder gespürt, wie gut wir aufeinander hören, wie wir zuhören! Bischöfe und Priester, Laien und Suchende. Ich bin dankbar, dass Papst Franziskus uns in seiner Botschaft genau das mitgegeben hat: „Wir alle, Bischöfe, Priester und Diakone, Ordensleute und Laien, haben den Auftrag, Gott zur Welt und die Welt zu Gott zu bringen.“ (Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Eucharistischen Kongress in Köln)

Dieses Miteinander und Aufeinanderhören stärken mich. Es ist das, was ich vor einigen Jahren, zum Aufbruch des Gesprächsprozesses, gesagt habe:  Wir wollen eine zuhörende, demütige und pilgernde Kirche sein. Es ist gut, dass es viele Formen gibt, wie wir den gemeinsamen Glauben ausdrücken. Katholikentage gehören dazu, der Eucharistische Kongress oder auch diözesane Formen. Sie ergänzen sich. Jede hat ihren Wert.

Deshalb sage ich: Danke für das Zuhören und das Miteinander-Sprechen, den Dialog, den wir auf dem Eucharistischen Kongress erleben durften. Danke für das demütige Zeugnis der Kirche, die in dieser Welt präsent ist. Danke für die vielen Momente des Pilgerns, die wir in Köln sehen durften: Jugendliche auf den Schiffen, der Weg der Monstranz über die Hohenzollernbrücke, die Pilgerwege von vielen Gruppen. Danke aber auch an den Gastgeber Kardinal Meisner, der diese großartige Veranstaltung der Deutschen Bischofskonferenz ausgerichtet hat und ihr mit seinem Glauben und seiner Begeisterung einen sehr persönlichen Stempel aufdrückte. Danke an Monsignore Robert Kleine und sein hervorragendes Team und an alle Helferinnen und Helfer. Mich ermutigt der Eucharistische Kongress in der Zuversicht für die Kirche in Deutschland. Gestärkt gehen wir aus diesen Tagen hervor, um unseren Pilgerweg als hörende, demütige und vor allem dienende Kirche zu gehen. Dazu hat der Eucharistische Kongress einen großen Impuls gegeben.

(Quelle: Der Text wurde der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz entnommen)