Dankesworte an Wiesenthal-Center für Kampf gegen Antisemitismus

Papst Franziskus trifft Delegation

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 299 klicks

Gestern, am Donnerstag, den 24. Oktober traf Papst Franziskus eine Delegation des „Simon-Wiesenthal-Center“. Die Begegnung wurde bereits unter Benedikt XVI. geplant. Das Zentrum wurde 1977 gegründet und nach Simon Wiesenthal benannt, der während des zweiten Weltkriegs in fünf Konzentrationslagern inhaftiert war und 1945 von den Amerikanern befreit wurde. Anschließend widmete er sein ganzes Leben der Suche nach Naziverbrechern und der Aufdeckung ihrer Taten. Bereits am 20. Mai 1945 übergab er der zuständigen amerikanischen Behörde eine Liste von 91 nationalsozialistischen Verbrechern. Das Zentrum hat seinen Hauptsitz in Los Angeles; weitere Institute gibt es in New York, Miami, Toronto, Jerusalem, Paris und Buenos Aires. Sie haben zum Ziel, flüchtige Kriegsverbrecher und Nazis zu verfolgen sowie Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen. Papst Franziskus sagte zur Begrüßung:

„Ich hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die Kirche jede Form des Antisemitismus verurteilt. Heute möchte ich aber vor allem einen Aspekt hervorheben und zwar wie wir das Problem der Intoleranz als Ganzes beseitigen können. Dort nämlich, wo eine Minderheit verfolgt oder ausgeschlossen wird – egal ob aus religiösen oder ethnischen Gründen –, dort steht das Gemeinwohl der ganzen Gesellschaft auf dem Spiel, und deshalb müssen wir uns alle angesprochen fühlen.“

Papst Franziskus verwies dabei auf die Christenverfolgung in vielen Ländern und appellierte an die Vertreter der jüdischen Organisation:

„Vereinen wir doch unsere Kräfte, um eine Kultur des Treffen, des Respekts, des Verständnisses und der Versöhnung schaffen können. Um eine solche Kultur zu erreichen, ist insbesondere die Bildung sehr wichtig. Es geht nicht nur darum, dass Wissen vermittelt wird sondern auch Lebenszeugnisse weiter gegeben werden, damit auch ein ,Bündnis‘ zwischen den jungen und älteren Generationen wachsen kann.“

Wichtig sei in diesem Zusammenhang, nicht nur die Geschichte des jüdisch-katholische Dialogs der Jugend zu vermitteln, sondern auch die damit einhergehenden Schwierigkeiten und die resultierende Fortschritte zu erklären.

„Doch insbesondere müssen wir die Leidenschaft für das Zusammentreffen und für das gegenseitige Kennenlernen weitergeben. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir gemeinsame Dienste der Hilfe an Bedürftigen fördern. Schreiten wir voran mit Zuversicht, Mut und Hoffnung. Shalom!“