Dankesworte von Papst Benedikt XVI. nach dem Konzert der Bamberger Symphoniker

„Ein Sich-Einschwingen in die Schönheit und Wahrheit Gottes“

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ROM, 5. September 2007 (ZENIT.org).- Die Bamberger Symphoniker führten am Dienstagabend unter der Leitung von Dirigent Jonathan Nott im Innenhof des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo zu Ehren des Heiligen Vaters die siebte Symphonie von Ludwig van Beethoven und die fünfte Symphonie von Franz Schubert auf.



Das Konzert fand im Rahmen der Rom-Wallfahrt des Erzbistums Bamberg zum 1000jährigen-Gründungsjubiläum statt.

„Mit unserer Pilgerreise und diesem Konzert möchten wir Ihnen, Heiliger Vater, und dem Apostolischen Stuhl für die Gründung unserer Diözese danken“, erklärte Erzbischof Schick. Nicht ein Kaiser oder eine Reichssynode hätten die „Geburtsurkunde“ des Bistums Bamberg ausgestellt, sondern der damalige Papst Johannes XVIII. im Juni 1007 in Rom. Seitdem sei das Bistum Bamberg immer in besonderer Weise mit dem Heiligen Stuhl verbunden gewesen.

Diesen Gedanken griff der Heilige Vater in seinen heute veröffentlichten Dankesworten aus.

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Hochwürdigster, lieber Herr Erzbischof Schick,
sehr geehrter Herr Staatsminister Goppel,
liebe Mitbrüder im Priester- und Bischofsamt,
meine sehr verehrten Damen und Herren!


Vielleicht ist es Ihnen ergangen wie mir: Die wunderbaren Klänge der beiden Symphonien haben mich den Alltag vergessen lassen und mich in die Welt der Musik entführt, die – wie Sie, Herr Staatsminister, anfangs erwähnten – für Beethoven „eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“ bedeutete. Tatsächlich besitzt die Musik die Fähigkeit, über sich selbst hinauszuweisen auf den Schöpfer aller Harmonie und in uns Resonanzen auszulösen, die gleichsam ein Sich-Einschwingen in die Schönheit und Wahrheit Gottes sind, die keine Menschenweisheit und keine Philosophie je in Worte fassen kann. Das ist es, was auch Schubert ausdrücken wollte, als er über ein Menuett Mozarts sagte, es „deuchte ihm, daß die Engel mitsingen“. Und das ist es, was ich und vielleicht viele von Ihnen an diesem Abend erleben durften. Dafür möchte ich den Bamberger Symphonikern mit ihrem Dirigenten Jonathan Nott von Herzen danken. Sie haben heute Abend durch die weite Palette der klanglichen Nuancen und die starke Ausdruckskraft in der Interpretation der beiden Meisterwerke den hervorragenden Ruf Ihres Orchesters wieder einmal bekräftigt. Mögen Ihre Darbietungen auch in Zukunft noch vielen Menschen eine Art Offenbarung sein!

Mein Dank gilt freilich auch den Initiatoren dieses festlichen Abends, Ihnen, lieber Herr Erzbischof, und Ihnen, sehr geehrter Herr Staatsminister, sowie allen, die durch ihre großzügige Unterstützung das Zustandekommen dieses Konzerts ermöglicht haben. Es ist ein Geschenk, das ich als Zeichen einer besonderen Verbundenheit des Erzbistums Bamberg mit dem Nachfolger des heiligen Petrus verstehe; schließlich unterstand Ihre Diözese in ihrer nunmehr tausendjährigen Geschichte ja mehrere Jahrhunderte lang direkt dem Apostolischen Stuhl. Möge Ihre Jubiläumswallfahrt zu den Gräbern der Apostel und zum gegenwärtigen Nachfolger Petri Ihren Glauben und Ihre Freude an Gott stärken, damit Sie im Alltag seine Zeugen sein können! Dazu erbitte ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

[Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana]