"Das beste Mittel zur Evangelisation der Jugend sind andere Jugendliche"

Papstreise in Brasilien beendet: Ein Same im fruchtbaren Boden des Lebens der Jugendlichen

Rio de Janeiro, (ZENIT.org) P. Alfonso M. A. Bruno FI | 489 klicks

Ein „junger Bursche von sechsundsiebzig Jahren“ hat es geschafft, dreieinhalb Millionen Jugendliche auf einem Strand zu versammeln. Es ist ihm gelungen durch seine Worte, aber mehr noch durch seine Menschlichkeit und die Kraft seines Geistes.

Papst Franziskus wurde in Rio de Janeiro von einem für diese Stadt ungewöhnlich kalten Wetter empfangen, aber wie der Bischof von Rio in seiner Eröffnungsrede hervorgehoben hat, werden solche Regenepisoden in Brasilien als „Criadera“, schaffender Regen, bezeichnet, weil sie der Pflanzenwelt zu neuen Keimen verhelfen und die Erde fruchtbarer machen. Und die Rückkehr der Sonne, des Lichts an diesem Wochenende spiegelt vielleicht das Heranreifen der inneren Antworten wieder, die viele Jugendliche in diesen Tagen im Gebet, in der Katechese und in der Nähe zu den Sakramenten gefunden haben.

Das sind die Früchte des Weltjugendtags, das ist die Bedeutung jener sehr positiven Bewertung, die P. Federico Lombardi, Pressesprecher des Vatikans, bei seiner letzten Pressekonferenz über dieses Ereignis abgegeben hat.

In einem Interview für die Sendung „Fantastico“ bei TV Globo, dem ersten Interview seines Pontifikats, versuchte Papst Franziskus die Gründe für die Abnahme der Katholiken zugunsten der Protestanten in Brasilien zu analysieren. Er stellte fest, die Kirche sei wie eine Mutter, die mit ihren Kindern nicht nur über schriftliche Dokumente verkehren dürfe. Nähe sei wichtig. Umarmen, küssen, berühren, drücken müsse sie ihre Söhne und Töchter.

Genau das ist es, was Papst Franziskus seit seiner Ankunft getan hat. Wohl deshalb hat ein Jugendlicher am Sonntag in Copacabana ein Plakat gezeigt, auf dem stand: „Heiliger Vater, ich bin evangelisch, aber trotzdem mag ich dich und will dir zuhören.“

Junge Menschen glauben an Utopien, und das ist gut so. Utopien erlauben es uns, Luft zu holen und nach vorne zu blicken. Das ist es, was auch der Papst meint, wenn er davon spricht, wie wichtig es sei, gegen den Strom zu schwimmen.

„Geht ohne Furcht, um zu dienen“ umschreibt die Aktion, die Eigenschaft, die man braucht, wenn man von Christus dazu berufen ist, jenseits von jeder geografischen oder sozialen Grenze die Menschen zu Jüngern Jesu zu machen.

Ein WJT ist ein schönes, erhebendes Ereignis; aber es genügt nicht, wenn man nach der Heimkehr nicht zum Evangelisierer geworden ist, der sein Christsein vorlebt und seinen Glauben an andere zu vermitteln weiß.

„Das Evangelium ist für alle da, nicht nur für einige Wenige. Es ist nicht allein jenen vorbehalten, die uns näher, bereitwilliger, freundlicher erscheinen. Es gehört allen.“ So die Worte des Heiligen Vaters.

„Das beste Mittel zur Evangelisation der Jugend sind andere Jugendliche“; deshalb erwähnte der Papst in seiner Homilie auch den seligen José Anchieta, den jungen Jesuiten, der im Alter von gerade einmal neunzehn Jahren als Missionar nach Brasilien geschickt wurde, und das, obwohl er Spanier war!

Wer dem Herrn dient, kann keine Angst haben; im Dienste des Herrn gibt es keine Kompromisse.

Dienen ist auch die typische Haltung all derer, die Christus nachfolgen, der unter uns Menschen gekommen ist, um zu dienen, und nicht, damit man ihm diene.

Ein junger Mensch, den man liebt, dem man zuhört, den man auf seinen Wegen begleitet, steckt einen mit seiner Jugend an. Dafür ist Franziskus seinen „Papaboys“ dankbar.

Am Ende dieser apostolischen Reise nach Brasilien wird man auf den Straßen von Rio diesen weißgekleideten Mann vermissen, an den alle in liebevoller Erinnerung zurückdenken werden; mit „Saudade“, wie Msgr. Orani Tempesta es ausdrückte.

Auch Papst Franziskus verbirgt seine nostalgischen Erinnerungen an Rio nicht; an jene Stadt, die ihn so warmherzig aufgenommen hat. Mit großer Genugtuung blickt er auf die Initiative einiger Jugendlicher, die als allererste Frucht dieses Weltjugendtags in Guaratiba das neue Viertel „Campus Fidei“ errichten wollen; ein Wohnviertel für Arme, erbaut aus den Spenden junger Menschen, die etwas für andere Menschen tun wollen, die ohne ein Zuhause und ohne eigenes Land sind.

Der nächste WJT wird wieder in Europa stattfinden, in Krakau.

Vielleicht wird der Heilige Vater auch dort wieder durch die argentinischen Pilger Gelegenheit bekommen, mit der „Bombilla“ in der „Calabaza“ eine schnelle Tasse „Yerva Mate“ zu genießen.

Das argentinische Nationalgetränk ist nicht nur ein Heiltrank, sondern auch ein Ritual der Gastfreundschaft und Brüderlichkeit: Genau das, was Papst Franziskus in Rio bekommen und erwidert hat, dank einer wunderbaren Jugend.