"Das Christentum hat uns geholfen"

Gespräch mit Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst

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Michaela Koller

ROM, 29. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Der neue Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Monsignore Jean-Marie Musivi Mpendawatu, hat in einem Interview mit Zenit die bedeutende Rolle der Religionsgemeinschaften im Kampf gegen die Seuche AIDS betont. Insgesamt gehörten 60 Prozent der stationären Behandlungs- und Pflegeeinrichtungen entweder der katholischen Kirche oder anderen religiösen Gemeinschaften an. „Das Thema Gesundheit ist keine Option. Es ist eine Pflicht, ein Auftrag des Herrn", sagte Mpendawatu in dem Gespräch mit Carmen Elena Villa.

Gesundheit heiße, auch Katechese mit einzubeziehen, den Namen Jesu Christi bekannt zu machen, der das Heil bedeute. Die enge Verknüpfung von seelischem Heil und irdischer Gesundheit zeigte der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Geistliche am Beispiel Polygamie auf, die die Eindämmung der HIV-Infektionen in Afrika erschwert. „Vor der Generation meines Großvaters, als meine Familie noch nicht evangelisiert war, lebten meine Vorfahren vielfach noch polygam. Aber inzwischen gibt es drei Generationen, in denen ich keinen Polygamisten kenne. Das Christentum hat uns geholfen."

Die Kirche arbeite bei der AIDS-Prävention mit Unterstützung von kirchlichen Gemeinschaften an der Basis zusammen. Die Aufklärungsprogramme beinhalteten Informationen über das HI-Virus und die Infektionswege, aber auch Unterricht über eheliche Treue, Enthaltsamkeit und Keuschheit. „Daher handelt es sich um eine Bildung, die den Glauben und die Moral berücksichtigt, und vor allem dazu erzieht, in einer verantwortlichen Weise heranzureifen", sagte der Untersekretär.

Das starke Engagement der Kirche auf dem Gebiet der Krankenpflege und Gesundheitsfürsorge wirke auch über den Kampf gegen die Seuche hinaus. „Durch den Krankendienst, dem Apostolat der Barmherzigkeit, hilft die Kirche auch, einige dieser Schwierigkeiten zu heilen", sagte er im Hinblick auf Kriege und Konflikte in Afrika. Er glaube, dass dieser Einsatz als ein Zeichen der Versöhnung in der Gesellschaft wirke. Die verschiedenen Konfessionen, die sich in dem Feld engagierten, könnten zusammen arbeiten, um so „mit größerer Kraft an die Regierungen zu appellieren, der Bevölkerung zu helfen und sich um deren grundlegende Bedürfnisse zu kümmern".