Das Christentum ist noch immer die am meisten verfolgte Religion

Religionsfreiheit nicht gesichert

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WIEN, 20 Dezember 2012 (ZENIT.org/KIN). - „Aus zwei Gründen lohnt es sich, im Europäischen Parlament über die Religionsfreiheit zu sprechen. Erstens ist es ein unveräußerliches und selbständiges Menschenrecht, das durch die internationale Gemeinschaft vergessen wird. Zweitens ist es eines der Menschenrechte, die auf der Welt am häufigsten verletzt werden, besonders gegenüber Christen“, sagte Konrad Szymanski, Mitglied des Europäischen Parlaments, während der Vorstellung des von „Kirche in Not“ herausgegeben Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“ am 18. Dezember in Brüssel.

„Religionsfreiheit ist das Recht, seine Religion öffentlich zu bekennen. Sie ist auch das Recht, die eigene Gemeinschaft nach eigenen Regeln zu organisieren, zum Beispiel hinsichtlich der Ausübung von Ämtern. Religionsfreiheit bedeutet auch das Recht auf Konversion oder auf Aufgabe der Religion sowie darauf, die Grundsätze der eigenen Religion zu verkünden. Auch in Europa werden einige dieser Rechte verletzt. Positiv ist, dass wir ein wachsendes Bewusstsein des Problems der Verletzung der Religionsfreiheit in der Welt haben. Teilweise ist dies verbunden mit weiteren Stellungnahmen von Parlamenten, darunter dem europäischen, angesichts solcher Rechtsverletzungen. Ein negativer Trend ist die zunehmende Feindseligkeit und Gewalt mit religiösem Hintergrund oder auch die Unterdrückung von Religionen. Der Einflussbereich des Islams ist ein Schauplatz negativer Veränderungen auf dem Gebiet der Religionsfreiheit“, unterstrich Peter Sefton-Williams, Redakteur des Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“, der vom internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ herausgegeben wird.

Am Diskussionsforum nahmen ebenfalls Pater Joseph Vella Gauci, der Berater für internationale Beziehungen und Religionsfreiheit der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) sowie Pater Andrzej Halemba, Referent von „Kirche in Not“ für den Nahen Osten und ehemaliger Missionar, teil. „Die Schlüsselfrage für die Religionsfreiheit im Nahen Osten ist die Freiheit, die Religion anzunehmen, aufzugeben oder zu wechseln. Im Falle von Ägypten erleben wir nach dem ‚Arabischen Frühling‘ jedoch eine zunehmende Diskriminierung. Der Verfassungsentwurf erwähnt nicht nur die Sharia, sondern, was schlimmer ist, übergeht den Begriff der Staatsbürgerschaft. Die Verfassung legt die besondere Rolle der Al-Azhar-Universität in der Interpretation des Rechtes sowie eine Einschränkung der Schenkungen zugunsten religiöser Gemeinschaften fest und hebt die Garantie auf, dass Minderheiten vor Diskriminierung und Umsiedlung geschützt werden“, warnte Pater Andrzej Halemba.

Am 18. Dezember 2012 fand auf Initiative der Abgeordneten Konrad Szymanski (ECR) und Mario Mauro (EPP) im Europaparlament die Vorstellung des von „Kirche in Not“ herausgegebenen Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“ statt.