Das demütige, starke und mutige Gebet wirkt Wunder

Laut Papst Franziskus ist der Unglaube kennzeichnend für Menschen, deren Herz verschlossen ist, und die vorgeben, alles unter Kontrolle zu haben

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 615 klicks

Ein gläubiger Mensch, dessen Gebet demütig, stark und mutig ist, vermag alles. Dies betonte Papst Franziskus bei der am gestrigen Pfingstmontag im päpstlichen Gästehaus „Domus Sanktae Marthae“ gefeierten hl. Messe, an der unter anderem Angestellte von Radio Vatikan in Begleitung des Direktors Pater Federico Lombardi teilnahmen.

Im Evangelium zum Tag (Mk 9,14-29) tadelt Jesus einige Jünger, denen es nicht gelingt, einen Knaben zu heilen, aufgrund ihres mangelnden Glaubens. Laut Franziskus nehmen zahlreichen Christen diese Haltung an, wenn sie ihr „Herz verschließen“ und „alles unter Kontrolle haben wollen“.

Als die Jünger ihren Meister nach dem Grund ihres Scheiterns bei ihrem Heilungsversuch fragen, sagt Jesus, dass diese „Art von Dämon in keiner anderen Weise als durch das Gebet“ auszutreiben sei.

Dem fügte der Papst hinzu, dass niemand von uns vollkommen immun gegen den Unglauben sei. Damit Jesus ein Wunder vollbringen könne, sei ein „demütiges und starkes“ und „alle einschließendes“ Gebet vonnöten.

Der Heilige Vater berichtete anschließend von einer Geschichte, die sich in Argentinien ereignet hatte. Sie handelte von der Heilung eines siebenjährigen kranken Mädchens, das von den Ärzten aufgegeben worden war. Scheinbar vom Wahnsinn getrieben, fuhr der Vater dieses Mädchens zu dem 70km entfernten Marienheiligtum von Luján, um die Gnade der Gottesmutter zu erbitten.

Nach seiner Ankunft um 9 Uhr abends fand der arme Mann jedoch alles verschlossen vor. Er begann zu weinen und betete die ganze Nacht, mit den Händen das Eisentor umfasst haltend. Papst Franziskus bemerkte, dass dieser Vater „mit Gott“, um die Genesung seiner Tochter „gekämpft“ hatte.

Als er am darauffolgenden Tag um 9 Uhr morgens in das Krankenhaus zurückkehrte, erfuhr der Mann von seiner noch ungläubigen Frau von der Heilung ihrer Tochter. Diese Heilung sei aus der Sicht der Medizin, der Wissenschaft und der Vernunft unerklärlich.

Dazu fand der Papst folgende Worte: „Wunder gibt es. Damit sie vollbracht werden können ist es notwendig, mit dem Herzen zu beten und zu kämpfen, um zu ihnen zu gelangen. Selbstverständlich gelingt das nicht mit dem Höflichkeitsgebet jener, die anderen ein Vater Unser oder ein Ave Maria versprechen und dann darauf vergessen“.

Als Beispiele für ein „mutige Gebete“ nannte der Papst das Gebet des Abraham, der „mit dem Herrn gekämpft“ hatte, um „die Stadt zu retten“, jenes des Mose und weitere Menschen großen Glaubens.

Der Heilige Vater fügte hinzu: „Das Gebet wirkt Wunder, doch wir müssen daran glauben!“. So können wir uns bei jedem Gebet mit folgender Bitte an Gott wenden: „Herr, ich glaube. Hilf meinem Unglauben“. Auf diese Weise können wir „mit dem Herzen für die aufgrund von Kriegen Leidenden, für die Flüchtlinge und alle Tragödien, die sich in der Welt von heute abspielen, ein Gebet sprechen".