Das Evangelium in Zeiten von Facebook

Freundschaft im weltweit größten sozialen Netzwerk

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VATIKANSTADT, 12. Januar 2012 (ZENIT.org) – Auf Facebook, dem beliebtesten sozialen Online-Netzwerk der Welt, gibt es keine Hand mit nach unten gerichtetem Daumen, doch sehr wohl exisitert das „Thumbs“-Symbol, bei dem der Daumen nach oben zeigt. Hier können Beziehungen beendet werden, ohne dass die betroffene Person davon erfährt.

Dieses kuriose Merkmal des Netzwerks wurde in einem in der vatikanischen Zeitung „L'Osservatore Romano“ erschienenen Artikel von Cristian Martini Grimaldi aufgezeigt.

Um Freundschaften zu schließen, klickt man auf ein Symbol und die Person, die die Anfrage erhält, tut das gleiche, um der Anfrage zuzustimmen.

Möchte man auf Facebook indessen einen Freund aus der Freudschaftsliste löschen, benötigt man seine Zustimmung nicht, vielmehr geschieht dies ohne Wissen des Betroffenen.

Gelten unsere Freundschaften möglicherweise als so zerbrechlich, dass sie nicht standhalten würden, wenn man mittels eines negativen „Feedbacks“ eine Kündigung der virtuellen Freundschaft erhielte?

„Es mag ein Zufall sein“, schreibt der Autor des Artikels, „doch entspricht dies dem ältesten Prinzip der Nächstenliebe, das die Menschheit kennt. ‚ Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!‘ Darin besteht das Gesetz der Propheten."

Er fragt sich, was passieren würde, wenn alle angemeldeten Facebook-Nutzer plötzlich eine Mitteilung bezüglich des Freundschaftsverlustes bekämen? Man würde Gefahr laufen, eine Reihe von Racheakten auszulösen, beispielsweise würden viele Nutzer die Freunde der Freunde löschen usw.

Doch eine geringere Anzahl von Nutzern bedeutet auch weniger Klicks und somit auch weniger Macht für das Netzwerk. Der Artikel des vatikanischen Blatts weist darauf hin, dass der Erfinder von Facebook dies wohlüberlegt tat, indem er uns eben nicht die Werkzeuge an die Hand gibt, die uns in eine derartige Versuchung führen könnten.
Facebook, eine Online-Plattform, auf die man wie auf jede beliebige Website Zugriff hat, besitzt Millionen von Nutzern, die sich zunächst als Freude akzeptieren und sich dann Nachrichten, Fotos, Nachrichten etc. zusenden können.

Wenn man auf Facebook registriert ist, öffnet man ein Fenster auf der Seite und sucht nach dem Namen eines Freundes, den man kennt, oder den man gerne kontaktieren möchte oder zu dem man den Kontakt verloren hat und sendet diesem eine Freundschaftsanfrage.

Der Artikel ist der Auffassung, dass sich die Facebook-Entwickler unter Anweisung der Administratoren und Erfinder der Plattform beim Erstellen des Herzstücks ihrer Maschine, nämlich Freundschaften zu schließen oder Freunde zu treffen, vom ältesten Rezept für eine gesunde Wirtschaft inspirieren ließen: größtmöglichen Optimismus zu verbreiten.

Anfänglich war Facebook ein Portal für die Studenten der Harvard-Universität, doch inzwischen ist sie für jeden zugänglich, der ein E-Mail-Konto und Internetzugang besitzt.

Im Juli 2010 zählte Facebook 500 Millionen Mitglieder und wurde in 70 Sprachen übersetzt, im November 2011 waren es bereits 800 Millionen Nutzer.

[Übersetzung des spanischen Originals von Sabrina Toto]